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AOK warnt: Zu viel Zucker verfettet die Leber

Bad Homburg. Am 20. November ist Deutscher Lebertag. Die AOK Hessen
weist in diesem Zusammenhang auf eine Gefahr hin, die aus Sicht der Kasse
noch zu oft unterschätzt wird: die nichtalkoholbedingte Fettleber. Denn
neben dem Konsum von zu viel Bier, Schnaps und Co. geht auch ein Übermaß
an gesättigten Fettsäuren und vor allem Zucker „auf die Leber“. Wenn
dann noch ein allzu bequemer Lebensstil hinzukommt, bei dem körperliche
Bewegung nach Möglichkeit vermieden wird, steht einer gefährlichen Leberverfettung
nicht mehr viel im Wege.
Und mit der ist nicht zu spaßen. Denn wer eine Fettleber hat, für den steigt das
Risiko der Entwicklung von Typ-2-Diabetes, Leberentzündungen und Leberkrebs.
Bluthochdruck, Herz- und Gefäßkrankheiten gehen ebenfalls häufig mit der Leberverfettung
einher. Das Problem: Im Anfangsstadium sind die Leberwerte zumeist
noch in Ordnung. Hinzu kommt, dass eine Fettleber mitunter kaum Symptome
verursacht; oftmals ermöglicht erst ein Ultraschall der Leber die Diagnose
der Erkrankung. Und dann heißt es: Abspecken, mehr Bewegung, Zucker und
gesättigte Fettsäuren im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung deutlich reduzieren.
Anders ist der Fettleber, die mittlerweile als echte Zivilisationserkrankung
gilt, kaum beizukommen. Aber es lohnt sich, denn eine Fettleber kann sich bis zu
einem gewissen Grade wieder zurückbilden
Dr. Peter Kotzerke, beratender Arzt des Medizinischen Kompetenz-Centers der
AOK Hessen, weist in diesem Zusammenhang besonders auf die Bedeutung einer
zuckerreduzierten Ernährung hin: „Unser Körper wandelt ein Zuviel an kurzkettigen
Kohlenhydraten in Fettsäuren um und lagert diese in der Leber ein. Hier
wäre vor allem der zugesetzte Industriezucker zu nennen. Bei einem ständigen
Nachschub an Zucker verfettet die Leber zunehmend und kann dadurch im Verlauf
in Ihrer Funktion als Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan beeinträchtigt werden.
Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko ist die Folge.“ Was viele nicht wissen: Zucker
ist nicht nur in Schokolade, Gummibärchen oder Cola in größeren Mengen
enthalten. Auch die meisten Fertiggerichte, Fruchtjoghurts oder Ketchup sind
künstlich gesüßt. Besonders, wer schon übergewichtig ist, sollte daher besonders
auf eine ausgewogene Ernährung mit viel frischer Kost achten.
Rund 90 Gramm Zucker verbrauchen Deutsche im Durchschnitt pro Tag. Zu viel,
urteilt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Für Kinder empfiehlt sie
höchstens 25 Gramm Zucker täglich, für Erwachsene 50 Gramm. Das Problem:
Diese Menge hat man mit einem Stück Kuchen, ein wenig Obst und einem industriell
gefertigten Fruchtjoghurt in der Regel schon deutlich überschritten.