Knappschaft

Diskussion um Morbi-RSA und obligatorische Anschlussversicherung

Kassenchefin der KNAPPSCHAFT, Bettina am Orde, fordert gerechte Regelung.

Sogenannte „Karteileichen“ aus der obligatorischen Anschlussversicherung (OAV) und damit
verbundene Zuweisungen aus dem morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA)
sorgen für Diskussionen um die Verteilung der Gelder in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Das Bundesgesundheitsministerium hat den Entwurf einer gesetzlichen Neuregelung in die parlamentarische
Beratung eingebracht, nach der die Krankenkassen ihre Versichertenbestände
überprüfen und bereinigen müssen. Es soll verhindert werden, dass Personen, die keine Leistungen
in Anspruch nehmen, keine Beiträge bezahlen oder nicht mehr auffindbar sind Einfluss
auf Morbi-RSA Zuweisungen haben. Zudem sollen ab 2013 fälschlich erhaltene Zuweisungen
von den Krankenkassen zurückgezahlt werden.

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Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT steht hinter den geplanten Maßnahmen
des Gesetzgebers: „Dass Kassen Zuweisungen für sogenannte Karteileichen bekommen, kann
nicht so bleiben. Solche Fälle sind selbstverständlich zu bereinigen.“

Bettina am Orde nimmt ebenso Stellung zur Einführung sogenannter ambulanter Kodierrichtlinien:
„Ich begrüße solche Regelungen als notwendigen Schritt in Richtung erforderlicher Manipulationsresistenz.“

Des Weiteren fordert die Kassenchefin: „Der Morbi-RSA soll allen Kassen gleiche Voraussetzungen
bieten, um ihren Versicherten eine qualitativ hochwertige Versorgung zu organisieren und
sicherzustellen – und zwar unabhängig davon, welches Alter, welchen Gesundheitszustand oder
welchen Wohnort ihre Versicherten haben. Die Zielgenauigkeit der Zuweisungen kann nur durch
eine Korrektur strukturell bedingter regionaler Kostenunterschiede sowie soziodemografischer
Unterschiede, wie beispielsweise Pflegebedürftigkeit und Härtefälle, erhöht werden. Denn nur
durch Vereinfachung und Verbesserung der Zielgenauigkeit des Risikostrukturausgleichs wird
die Grundlage für einen intensivierten und chancengleichen Wettbewerb zugunsten einer qualitativ
hochwertigen und effizienten gesundheitlichen Versorgung gelegt.“