Kreißsäle sichern – Personalmangel bekämpfen

DKG zum internationalen Hebammentag

Zum internationalen Hebammentag am 5. Mai fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), den dramatischen Mangel an Hebammen und den drastischen Rückgang der Zahl der Kreißsäle in Deutschland stärker in den Fokus der Gesundheitspolitik zu nehmen. Die DKG schlägt vor, Strategien gegen den Pflegepersonalmangel auf die Kreißsäle auszuweiten. So müssen Tarifsteigerungen auch für Hebammen vollständig gegenfinanziert werden, damit es möglich ist, die Rahmenbedingungen für die Beschäftigten in den Krankenhäusern zu verbessern.

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„Mit dem Ausgleich von Tarifsteigerungen beim Pflegepersonal ist die Politik einen wichtigen Schritt zur Lösung der Pflegepersonalknappheit gegangen. Der Personalmangel in der Pflege ist ähnlich besorgniserregend wie der im Kreißsaal. Beiden muss ähnlich begegnet werden“, sagt DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum.

Weiterhin bleibt die Problematik der chronischen Unterfinanzierung der Geburtsstationen bestehen. Innerhalb der vergangenen 15 Jahre musste mehr als jeder dritte Kreißsaal in Deutschland schließen. Ursächlich ist, dass Geburtsstationen unter den gegebenen Finanzierungbedingungen der Fallpauschalen nur dann kostendeckend arbeiten können, wenn sie mehr als 500 Geburten im Jahr verzeichnen. Das ist aber in ländlichen Gebieten immer seltener der Fall. „Wer Kreißsäle und damit auch Zukunft für ländliche Regionen sichern will, muss die ausreichende Finanzierung von Krankenhäusern in dünn besiedelten Gebieten gewähren“, so Georg Baum. Probate Mittel wären spezifische Sicherstellungszuschläge für Geburtsabteilungen. Freiberufliche Hebammen und Krankenhäuser mit Kreißsälen sind in ländlichen und urbanen Regionen gleichermaßen von horrenden Versicherungsprämien betroffen. Die erdrückenden Prämien für die Haftpflichtversicherung gehören zu den Hauptgründen, warum sich junge Menschen gegen die Hebammen-Ausbildung entscheiden. Auch hier muss der Gesetzgeber mit Zuschüssen zu den Prämien einschreiten.