GKV-Spitzenverband

Mehr Pflege am Krankenbett – 620 Krankenhäuser profitieren im zweiten Jahr von Fördergeldern der Krankenkassen

Insgesamt 620 Krankenhäuser haben im zweiten Projektjahr
2017 vom Pflegestellen-Förderprogramm profitiert und mit den gesetzlichen
Krankenkassen zusätzliche Mittel in Höhe von rund 97 Mio. Euro für den Aufbau
von etwa 2.228 zusätzlichen Pflegepersonalstellen (inkl. Hochrechnung: 2.516
Vollkräfte) vereinbart. Weiterhin belegen Korrektur- und Nachmeldungen für das
erste Förderjahr 2016 ein im Vergleich zum ersten Bericht des GKVSpitzenverbandes
leicht erhöhtes Vereinbarungsvolumen in Höhe von 60,2 Mio.
Euro, das für rund 670 anspruchsberechtigte Krankenhäuser zur Verfügung gestellt
wurde.
Dies geht aus dem aktuellen Projektbericht des GKV-Spitzenverbandes an das
Bundesgesundheitsministerium hervor. Damit wurden in den ersten beiden Förderjahren
2016 und 2017 bislang 157 Mio. Euro und damit lediglich die Hälfte
der für diese beiden Förderjahre zur Verfügung gestellten Mittel der gesetzlichen
Krankenkassen in Höhe von rund 300 Mio. Euro ausgeschöpft. Dies verwundert
gerade vor dem Hintergrund, dass viele Krankenhäuser einen Mangel an Pflegekräften
beklagen.
Ob die Mittel aus dem Förderprogramm sachgerecht verwendet und wirklich zusätzliche
Pflegestellen entstanden sind, kann erst nachträglich festgestellt werden.
Hierfür müssen die Krankenhäuser den Krankenkassen das Testat eines
Jahresabschlussprüfers vorlegen. Für den aktuellen Bericht liegen erste Testate
aus den Jahresabschlussprüfungen 2016 für 38 % der in diesem Jahr an der Förderung
teilnehmenden Krankenhäuser vor (entspricht rund 260 Kliniken). Diese
belegen, dass in den teilnehmenden Kliniken ein Zuwachs an Pflegepersonal um
etwa 1.550 Vollkraftstellen stattgefunden hat. Aus den Nachweisen lässt sich
jedoch nicht immer klar abgrenzen, wie viele dieser Stellen über die Förderung
geschaffen oder darüber hinaus eingestellt wurden.

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Wie gut und vor allem wie nachhaltig das Programm tatsächlich wirkt, bleibt al-lerdings abzuwarten. Krankenhäuser können die Fördergelder für 2017 auch noch im Folgejahr abrufen.
Hintergrund: Mit dem aktuellen Pflegestellen-Förderprogramm sollen die ge-setzlichen Krankenkassen den Aufbau von Pflegestellen in Krankenhäusern un-terstützen. Von 2016 bis 2018 können Krankenhäuser damit neue Pflegestellen schaffen und Teilzeitstellen aufstocken. In den drei Förderjahren können Kran-kenhäuser bis zu 0,15 Prozent ihres Erlösbudgets zusätzlich erhalten, um die Pflege am Krankenbett zu stärken. Insgesamt stehen dafür bis zu 660 Millionen Euro zur Verfügung. Diese zusätzlichen Mittel erhalten die Krankenhäuser über Zuschläge, die sie mit den Krankenkassen vor Ort vereinbaren. Das aktuelle Pfle-gestellen-Förderprogramm hat einen Vorläufer: Bereits von 2009 bis 2011 hatte der Gesetzgeber die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, den Aufbau von Pflegestellen in Krankenhäusern finanziell zu unterstützen. Von den ca. 1,1 Mrd. Euro der Kassen profitierten damals 1.100 Krankenhäuser und schufen 15.300 Pflegekräfte. Per Testat belegt sind jedoch nur 13.600 Stellen.

Den vollständigen Bericht mit weiteren Zahlen und Bewertungen finden Sie unter www.gkv-spitzenverband.de.

Der GKV-Spitzenverband ist der Verband aller 110 gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen. Als solcher gestaltet er den Rahmen für die gesundheitliche Versorgung in Deutschland; er vertritt die Kranken- und Pflegekassen und damit auch die Interessen der 72 Millionen Versicherten und Bei-tragszahler auf Bundesebene gegenüber der Politik, gegenüber Leistungserbringern wie Ärzten, Apothekern oder Krankenhäusern. Der GKV-Spitzenverband übernimmt alle nicht wettbewerblichen Aufgaben in der Kranken- und Pflegeversicherung auf Bundesebene. Der GKV-Spitzenverband ist der Spitzenverband Bund der Krankenkassen gemäß § 217a SGB V.