DAK Gesundheit

Mehr Rückenleiden in Kaiserslautern und dem Donnersbergkreis

Fehltage liegen insgesamt über dem Landesschnitt – Sonderanalyse zeigt: So leiden Erwerbstätige unter Rückenschmerzen

Der Krankenstand im Stadt- und Landkreis Kaiserslautern sowie im Donnersbergkreis ist 2017 gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,5 Prozentpunkte zu. Mit 4,9 Prozent gab es in der Region einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (4,3 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 49 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Rheinland-Pfalz wurde mit 5,3 Prozent in der Stadt Pirmasens und im Landkreis Südwestpfalz verzeichnet, der niedrigste mit 3,8 Prozent in den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

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Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Stadt- und Landkreis Kaiserslautern sowie den Donnersbergkreis zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Fast jeder vierte Ausfalltag erfolgte aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Rückenschmerzen und Co. stiegen um neun Prozent an und rangieren in der Region weiter auf Platz eins. Einen Anstieg um sechs Prozent gab es bei den Psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände. Sie belegen mit einem Anteil von 16,4 Prozent am gesamten Krankenstand den zweiten Platz in den Landkreisen. Auch bei den Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Erkältungen und Bronchitis stiegen die Ausfalltage kräftig um 24 Prozent an. Sie belegen mit einem Anteil von rund 16 Prozent den dritten Platz.

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand im Stadt- und Landkreis Kaiserslautern sowie dem Donnersbergkreis, um so Impulse für die Gesundheit der Beschäftigten zu geben“, sagt Dirk Kaulen, Chef der DAK-Gesundheit in Kaiserslautern. „Die fundierten Analysen helfen uns, noch gezielter beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) ansetzen zu können und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. Damit soll beispielsweise längeren Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt werden.“

1,5 Millionen Rheinland-Pfälzer leiden unter Rückenschmerzen

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Rätsel Rücken – warum leiden so viele Rheinland-Pfälzer unter Schmerzen?“ auch, wie verbreitet Rückenleiden bei den Arbeitnehmern im Land sind. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Rheinland-Pfalz aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und zahlreiche Experten eingebunden. Das Fazit: Trotz Prävention und zahlreicher Gesundheitskurse leiden in Rheinland-Pfalz rund 1,5 Millionen Erwerbstätige unter Rückenschmerzen. Nach Ergebnissen der Umfrage hatten 74 Prozent aller Beschäftigten im vergangenen Jahr „Rücken“. Jeder Vierte hat aktuell Beschwerden. Auf 100 Erwerbstätige in Rheinland-Pfalz entfielen rund 88 Fehltage wegen Rückenschmerzen. Im Stadt- und Landkreis Kaiserslautern sowie dem Donnersbergkreis war die Zahl der Ausfalltage mit 110 deutlich höher als im Landesschnitt. Die durchschnittliche Dauer je Krankschreibung lag mit 14 Tagen ebenfalls über dem Landesdurchschnitt (12,4 Tage). „Leider zeigt sich auch bei uns in der Region, dass es trotz eines verstärkten Engagements im Betrieblichen Gesundheitsmanagement noch keine signifikante Verbesserung gibt“, so Dirk Kaulen. „Deshalb müssen wir gemeinsam mit Unternehmen das individuelle Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten.“

Risikofaktoren für Rückenschmerzen

Die große Mehrheit in Rheinland-Pfalz meldet sich mit Rückenschmerzen allerdings nicht krank. 84 Prozent gehen mit Schmerzen zur Arbeit. Die Wahrscheinlichkeit, sich wegen der Rückenschmerzen krank zu melden, steigt jedoch mit der Stärke der empfundenen Schmerzen und dem Chronifizierungsgrad. Entscheidend ist auch, ob Beschäftigte häufig in unbequemer Körperhaltung arbeiten müssen, einem hohen Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt sind oder ihren Job mit wenig Freude erledigen. All diese Faktoren machen eine Krankmeldung wahrscheinlicher.

Knackpunkte Lendenwirbelsäule und Nacken

Der DAK-Report zeigt, unter welchen Beschwerden Betroffene in Rheinland-Pfalz konkret leiden: So schmerzt bei 76 Prozent die Lendenwirbelsäule. 46 Prozent haben Probleme mit dem Nacken. Mehr als jeder Vierte (26 Prozent) gibt Schmerzen an mehreren Bereichen der Wirbelsäule an. Jeder zehnte Rückenschmerz-Geplagte hat dabei starke bis sehr starke Schmerzen.

Mehrheit geht nicht zum Arzt

Die große Mehrheit der Rheinland-Pfälzer versucht zunächst allein mit den Schmerzen zurechtzukommen. Ein Drittel der Betroffenen (30 Prozent) war laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr wegen der Rückenbeschwerden beim Arzt. Von diesen suchten rund 77 Prozent bei einem einzigen Mediziner Hilfe. 18 Prozent konsultierten zwei, vier Prozent drei Ärzte wegen ihrer Beschwerden. Gefragt nach der konkreten Rückenschmerz-Behandlung gaben 69 Prozent der Betroffenen an, eine Physiotherapie verordnet bekommen zu haben. 34 Prozent erhielten eine Beratung, wie Schmerzen reduziert werden können. 25 Prozent erhielten Schmerzmittel, jeder Vierte bekam eine Spritze (24 Prozent). Bei jedem Fünften (20 Prozent) wurde ein CT oder ein MRT des Rückens gemacht. Der Zusammenhang von Stress und Rückenschmerzen wurde in den Praxen kaum thematisiert (drei Prozent). „Da sich Stress und psychische Belastungen stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker bei Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden“, fordert Kaulen.

Neues individuelles Rücken-Coaching der DAK-Gesundheit

Als erste Reaktion auf die aktuelle Studie bietet die DAK-Gesundheit ihren Versicherten ab sofort ein neues onlinebasiertes Rücken-Coaching an. Unter dem Titel Rücken@Fit erhalten Betroffene eine verhaltensorientierte individuelle Hilfe bei akuten und chronischen Rückenschmerzen. „Dieses moderne Coaching geht sehr persönlich auf die Rückenprobleme ein“, erläutert Dirk Kaulen. Auch im Internet finden Schmerzgeplagte viele Infos und praktische Tipps rund um das Thema „Gesunder Rücken“: www.dak.de/ruecken

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat 350.000 Versicherte in Rheinland-Pfalz, davon rund 23.000 im Stadt- und Landkreis Kaiserslautern und im Donnersbergkreis.