Knappschaft

Minijobber in Hamburg verdienen am meisten

Verdienstzuwachs bei Minijobbern seit 2012 höher als der Durchschnitt

Der durchschnittliche Monatsverdienst von Minijobbern im gewerblichen Bereich nimmt kontinuierlich zu. Dies ergab eine aktuelle Untersuchung der Minijob-Zentrale. Lag der Verdienst im Jahr 2016 noch bei 303 Euro, so wurden im Jahr 2017 durchschnittlich 309 Euro pro Monat verdient. Fünf Jahre zuvor betrug der Vergleichswert noch 265 Euro.

Monatsverdienst von Minijobbern im gewerblichen Bereich seit 2012 (in Euro)

In der Bundesrepublik stiegen die Bruttoverdienste seit 2012 im Durchschnitt um 11,2 Prozent. Bei den Minijobs ist im gleichen Zeitraum einen Anstieg um 44 Euro bzw. 16,6 Prozent festzustellen.

Jeder Dritte Minijobber verdient am oberen Limit

33,3 Prozent aller Minijobber im gewerblichen Bereich nutzen gemäß der aktuellen Untersuchung die Verdienstobergrenze von Minijobs aus und erzielen ein Einkommen zwischen 400 und 450 Euro.

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Seit Einführung des Mindestlohnes ist der zeitliche Umfang eines Minijobs nach oben begrenzt. Bei dem im Jahr 2015 geltenden Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro konnten  rund 53 Stunden im Minijob gearbeitet werden. Aktuell liegt der Mindestlohn bei 8,84 Euro. Die maximal mögliche Arbeitszeit ist dadurch auf rund 51 Stunden begrenzt. Durch die Anhebung des Mindestlohnes im Jahr 2019 auf 9,19 Euro bzw. 9,35 Euro im Jahr 2020 verringert sich dieser Umfang erneut. Dann können nur noch ca. 49 bzw. 48 Stunden in einem Minijob monatlich gearbeitet werden.

Durchschnittsverdient in Privathaushalten bleibt konstant

Bei Minijobs in Privathaushalten bleibt der Durchschnittsverdienst weiterhin konstant und liegt mittlerweile im fünften Jahr hintereinander bei 182 Euro. Der Durchschnittsverdienst von Haushaltshilfen fällt somit deutlich geringer aus als im gewerblichen Bereich.

„Dies ist vor allem dem Arbeitsumfang geschuldet. Haushaltshilfen sind bei den privaten Arbeitgebern drei bis vier Stunden pro Woche beschäftigt. Im gewerblichen Bereich fallen deutlich längere Arbeitszeiten an, und dadurch verdienen Minijobber hier auch mehr“, so Heinz-Günter Held, Geschäftsführer bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See und zuständig für die Minijob-Zentrale.

Minijobber in Hamburg und Berlin verdienen am meisten

Mit Durchschnittsverdiensten von 332 bzw. 330 Euro verdienen gewerbliche Minijobber in Hamburg und Berlin am besten, gefolgt von den Beschäftigten im Saarland, die durchschnittlich 323 Euro verdienen. In diesen Bundesländern ist auch der Anteil der Minijobber mit einem Verdienst zwischen 400 und 450 Euro am größten. In Hamburg beispielsweise werden in mehr als 38 Prozent aller Minijobs mehr als 400 Euro pro Monat verdient (vgl. Tabelle).

Durchschnittsverdienst von Minijobbern im Jahr 2017
BundesländerMonatlicher DurchschnittsverdienstAnteil der Minijobs,
mit einem monatlichen Verdienst zwischen
400 und 450 EUR
Hamburg332 EUR38,2%
Berlin330 EUR37,1%
Saarland324 EUR37,0%
Nordrhein-Westfalen316 EUR34,6%
Hessen316 EUR34,7%
Schleswig-Holstein311 EUR34,1%
Bayern308 EUR33,6%
Rheinland-Pfalz305 EUR32,0%
Niedersachsen304 EUR32,2%
Bremen304 EUR31,1%
Baden-Württemberg302 EUR31,5%
Sachsen-Anhalt299 EUR30,3%
Mecklenburg-Vorpommern297 EUR30,8%
Thüringen295 EUR29,5%
Brandenburg295 EUR30,8%
Sachsen290 EUR28,7%
Deutschland309 EUR33,3%