ikk BB

Mit „Köpfchen“ zu mehr Sicherheit im Berliner Verkehr

Präventionsprojekt „Mit Helm – aber sicher!“ geht 2018 in die 3. Runde

  • und 20.06.2018: Zwei erfolgreiche Aktionstage am Unfallkrankenhaus Berlin
  • Appell zum Tragen von Fahrradhelmen für Schülerinnen und Schüler
  • Projektpartner setzen auf nachhaltige, jährliche Überzeugungsarbeit

Zwei erfolgreiche Aktionstage am 19. und 20. Juni untermauern das Präventionsprojekt für mehr Sicherheit im Berliner Verkehr auf dem Gelände des BG Klinikums Unfallkrankenhaus Berlin. Denn kommt es im Straßenverkehr zum Zusammenprall zwischen Auto und Fahrrad, dann drohen dem Radfahrer schwere Verletzungen, vor allem am Kopf, in vielen Fällen mit bleibenden Hirnschäden. Laut Statistik sind besonders oft Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren unter den Opfern. Ein gut sitzender Fahrradhelm, der auch tatsächlich getragen wird, kann solch schwere Unfälle zwar nicht verhindern. Aber er kann fast immer die unmittelbaren Folgen mindern und vielleicht vor lebenslangen Konsequenzen bewahren.

Spielerisch den Helm tragen lernen

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„Mit Helm – aber sicher!“, so lautet die zentrale Botschaft aller Partner im gemeinsamen Präventionsprojekt. Und wie wichtig ein Fahrradhelm für die eigene Sicherheit im Straßenverkehr ist, konnten rund 300 Schüler der Klassenstufe 7 aus der evangelischen Schule Neukölln und der Klassenstufe 8 aus dem Heinrich-Schliemann-Gymnasium an verschiedenen Stationen vor Ort anschaulich lernen. Die Schülerinnen und Schüler absolvierten einen spannenden Parcours mit themenbezogenen Stationen. Koordinationsübungen mit einer „Rauschbrille“, ein Referat zu den Folgen schwerer Kopfverletzungen, ein Erste-Hilfe-Stopp, ein anspruchsvoller ADAC-Fahrradparcours, Toter-Winkel-Test und die Überprüfung der eigenen Reaktionsschnelligkeit schafften zahlreiche „Aha-Erlebnisse“. Das Fazit der Schüler: „Helmtragen ist wichtig und eigentlich richtig cool.“

„Unser Ziel ist es, die Kids zu überzeugen, dass ihr Überleben und ihre Gesundheit wichtiger sind als die Rettung einer  coolen Frisur. Wer einmal den Sinn des Helms verstanden hat und selber einen trägt,“ so  Dana Mroß (Koordinatorin Kinderneurologie-Hilfe Berlin/Brandenburg) der kann auch andere Gleichaltrige motivieren, mit Helm ebenfalls sicher unterwegs zu sein.“ 

„Stadthelm“-Botschafterin Bettina Wulff zeigt, wie es geht

Nicht nur die Schüler drehen ihre Runden auf dem Fahrradparcours, auch Bettina Wulff, Botschafterin des Projekts „Stadthelm“, absolviert den ADAC-Pfad.

„Wir von der Stadthelm-Initiative  plädieren für ein freiwilliges Helmtragen. Mit Veranstaltungen wie dieser hier am Unfallkrankenhaus möchten wir zeigen, wie wichtig Prävention ist. Je mehr Kinder und Jugendliche darüber wissen, was ein Helm im Falle eines Unfalls im Straßenverkehr vermeiden kann, desto überzeugter sind sie davon, diesen auch zu tragen. Ganz selbstverständlich, schon für die kleinsten Wege! Die beiden Aktionstage am Unfallkrankenhaus zeigen, dass Jugendliche sehr an diesem Thema interessiert sind. Sie stellen Fragen, hören zu und können im Anschluss als Multiplikatoren in ihren Klassen weiter wirken.“

Zusätzliche Motivation boten die zum Tagesabschluss verlosten Fahrradhelme mit dem Aufdruck „Stadthelm Berlin“ der Firma Abus.

Projektpartner setzen auf frühe und stetige Schulung

Unterstützt wird das Projekt der Kinderneurologie-Hilfe Berlin/Brandenburg u.a. von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, der Polizei Berlin, der Unfallkasse Berlin und der Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin (IKK BB) als gesetzlicher Krankenkasse sowie dem BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin. Besonders Kinder haben als Verkehrsteilnehmer ein besonderes Schutzbedürfnis, Aufklärung kann daher nicht früh und oft genug stattfinden.

„Man kann Kindern nicht oft genug zeigen und erklären, welche Gefahren im Straßenverkehr lauern“, sagt Stefan Drescher, Leiter der Verkehrsunfallprävention Polizei Berlin. „Bei diesem Projekt sind wir in der Lage den Kindern und Jugendliche Verkehrsunfallprävention und Sicherheit im Straßenverkehr eindrucksvoll zu vermitteln.“

Auch für Andreas Wieling, Leiter Unternehmensbereich Verträge IKK BB, ist die Verkehrssicherheit von Kindern ein wichtiges Thema:

„Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit uns bei diesem Präventionsthema zu engagieren. Radfahrer gehören mit zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern, frühe Schulung und entsprechende Ausrüstung ist daher immens wichtig. In Brandenburg unterstützt die IKK BB bereits ein Projekt zur Verkehrssicherheit für Grundschüler, künftig wollen wir diesen Bereich noch weiter ausbauen.“

Und wie geht es im Projekt weiter?

Ab 2019 wird das Projekt, das in Berlin in diesem Jahr bereits zum dritten Mal stattgefunden hat, zur Themenwoche erweitert. Geplant ist, dass sämtliche weiterführenden Berliner Schulen Informationsmaterial erhalten, mit Hinweisen zur Erarbeitung des Themas Mobilitätsbildung nach Vorgaben des Rahmenlehrplans für die Jahrgangsstufen 1-10. So profitieren alle Schulen von den Projekterfahrungen. Zudem soll es dann ein Bewerbungsverfahren für die Teilnahme an den Aktionstagen geben, um eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema Helmtragen und Mobilitätserziehung an allen Berliner Schulen zu etablieren.

Fotos: Quelle IKK BB

  1. Bild 1: Von links: Stefan Drescher, Leiter der Verkehrsunfallprävention Polizei Berlin, Dana Mroß (Koordinatorin Kinderneurologie-Hilfe Berlin/Brandenburg, Gordon Lemm, Bezirksstadtrat für Schule, Sport, Jugend und Familie (SPD) , Projekt-Teilnehmerin, Bettina Wulff, Botschafterin für das Projekt „Stadthelm“, Ulrike Beyer, Unternehmensbereich Verträge/Besondere Versorgung und Prävention IKK BB, Andreas Wieling, Leiter Unternehmensbereich Verträge IKK BB, Laura Schwan, Unternehmensbereich Verträge/Besondere Versorgung und Prävention IKK BB, Gertrud Wiethold, Vorstandsvorsitzende Bundesverband Kinderneurologie-Hilfe e.V.
  2. Bild 2: Bettina Wulff Botschafterin für das Projekt „Stadthelm“ und zwei Schüler auf dem ADAC-Fahrradparcours

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Kurzvorstellung des Projektträgers und der Projektpartner

Bundesverband Kinderneurologie-Hilfe e.V.

Beratungsstelle Kinderneurologie-Hilfe Berlin/Brandenburg

Am 1. März 2011 wurde der Bundesverband Kinderneurologie-Hilfe e.V. in Münster gegründet. Die Arbeit des Bundesverbandes baut auf der 30-jährigen Erfahrung der Kinderneurologie-Hilfe Münster e.V. auf. Die ehemals als Elterninitiative gegründete Vereinigung bietet bereits seit 1985 Beratung für Kinder und Jugendliche nach erworbenen Hirnschädigungen und deren Familien an. Als aktiver Kooperationspartner des BV Kinderneurologie-Hilfe e.V. hat das Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) im Januar 2014 die Beratungsstelle Kinderneurologie-Hilfe Berlin/Brandenburg initiiert. Hier können Kinder und Jugendliche beider Bundesländer bis zum 27. Lebensjahr, die ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben, im Rahmen der Nachsorge unterstützt, beraten und begleitet werden. Seit 2015 arbeitet die Kinderneurologie-Hilfe Berlin/Brandenburg auch präventiv, mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche in Ihrer Gesundheitsfürsorge und Eigenverantwortlichkeit zu sensibilisieren. Das Projekt „Mit Helm-aber sicher!“ trägt maßstäblich dazu bei. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.kinderneurologiehilfe-berlinbrandenburg.de.