GKV-Spitzenverband

Neue Wohnformen für Pflegebedürftige – Positive Bilanz des Modellprogramms

Nach fünf Jahren endet das Modellprogramm „Weiterentwicklung neuer Wohnformen für pflegebedürftige Menschen“ des GKVSpitzenverbandes, in dem 53 Projekte wissenschaftlich untersucht wurden. Bundesweit
ist dies die umfassendste wissenschaftliche Bewertung von neuen Wohnformen  für Pflegebedürftige überhaupt. Das Bundesministerium für Gesundheit förderte das Programm mit zehn Millionen Euro, heute wird die Abschlussbilanz des Programms nach § 45f SGB XI auf einer Tagung der Öffentlichkeit vorgestellt.
Neue Wohnformen für pflegebedürftige Menschen können eine Alternative zur regulären stationären und ambulanten Versorgung bieten. Sie berücksichtigen Alter und Bedarfe von Pflegebedürftigen gezielter – je nachdem, ob es sich um pflegebedürftige Senioren handelt oder um Menschen mit spezifischen Erkrankungen.
Die neuen Wohnformen sind nutzerorientiert, stärken die Selbstbestimmung der Pflegebedürftigen und praktizieren das Zusammenwirken vieler Akteure in geteilter Verantwortung. Die geförderten Projekte zeichnen sich durch eine große Vielfalt aller Beteiligten, der Settings sowie der Herangehensweisen aus.

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Genossenschaft auf dem Land
Ein Beispiel aus dem ländlichen Raum: Eine Ortsgemeinde baut als Genossenschaft Räumlichkeiten für betreutes Wohnen und eine Pflegewohngruppe. Die Genossenschaft ist zeitgleich Träger der Einrichtung. Als Träger zeichnet sie sowohl für die Vermietung als auch für die professionelle Versorgung der Pflegebedürftigen durch Pflegedienste, Ernährung, Betreuung, Physiotherapie etc. verantwortlich. Die Ortsgemeinde versteht sich als sorgende Gemeinschaft, die auf wechselseitiger Hilfsbereitschaft beruht, sie setzt den Wunsch ihrer Pflegebedürftigen um und ermöglicht diesen den Verbleib im Ort. Damit ist neben der sicheren Versorgung die soziale Teilhabe der Pflegebedürftigen gewährleistet.

Mehr Selbstständigkeit durch moderne Assistenzsysteme
Ein urbanes Beispiel: Die meisten Pflegebedürftigen wollen möglichst lange selbstständig in ihrer angestammten Häuslichkeit leben. Diese Herausforderunghat ein Projekt in einer Großstadt aufgegriffen und umgesetzt. Die pflegebedürf-tigen Anwohner erhielten intensive und professionelle Beratung zu möglichen Leistungen im Quartier. Dazu zählte die Erstausstattung der Mietwohnung mit individuell abgestimmten digitalen und anderen technischen Assistenzsystemen, da diese Systeme den Nutzern größtmögliche Sicherheit bei weitestgehender Selbstständigkeit gewähren. Dies wurde ergänzt um Angebote der Pflegebera-tung sowie das nachbarschaftliche Angebot von städtischen und kirchlichen Ein-richtungen wie Bibliotheken, Seniorentreffs, Selbsthilfegruppen etc.
Das Modellprojekt überzeugte, da sich die pflegebedürftigen Bewohner der Miet-wohnungen sehr offen gegenüber den digitalen Assistenzsystemen zeigten und deren Anwendung rasch lernten.

Positive Bilanz des Modellprogramms
Insgesamt schätzen die pflegebedürftigen Menschen die Vielfalt der neuen Wohnformen und hoben besonders die hohe Versorgungssicherheit, die indivi-duellen Leistungsangebote und die sozialen Teilhabechancen hervor.
Nähere Informationen zum Modellprogramm nach § 45f SGB XI und zu den ein-zelnen Projekten unter: http://www.gkv-spitzenverband.de/pflegeversicherung/modellprogramm-wohnen.de

Der GKV-Spitzenverband ist der Verband aller 110 gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen. Als solcher gestaltet er den Rahmen für die gesundheitliche Versorgung in Deutschland; er vertritt die Kranken- und Pflegekassen und damit auch die Interessen der 70 Millionen Versicherten und Bei-tragszahler auf Bundesebene gegenüber der Politik, gegenüber Leistungserbringern wie Ärzten, Apothekern oder Krankenhäusern. Der GKV-Spitzenverband übernimmt alle nicht wettbewerblichen Aufgaben in der Kranken- und Pflegeversicherung auf Bundesebene. Er ist der Spitzenverband Bund der Krankenkassen gemäß § 217a SGB V.