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Röntgen nützt bei Rücken wenig

AOK Hessen zum „Tag der Rückengesundheit“ am 15. März 2019

Ein Röntgenbild hat keinen positiven Einfluss auf den Verlauf einer Behandlung wegen Rückenschmerzen. Darauf weist jetzt die AOK Hessen aus Anlass des „Tages der Rückengesundheit“ an diesem Freitag hin. Diese Aufnahmen zeigen oft Auffälligkeiten, die aber für die Schmerzen und den Verlauf bedeutungslos sind. Das verunsichert die Patienten. Zusätzlich belasten Röntgenstrahlen den Körper.

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Rückenschmerzen sind in den meisten Fällen nicht auf Schäden an der Wirbelsäule oder sonstige ernsthafte Erkrankungen zurückzuführen. Sind sie akut, bessern sie sich in der Regel nach kurzer Zeit von selbst. Dauern sie länger als zwölf Wochen, sind sie chronifiziert. Häufige Auslöser sind psychische Belastungen, schwere Arbeiten zum Beispiel nach einem Umzug, Bewegungsarmut, aber auch Osteoporose oder Arthrose. Eine Praxis aufsuchen sollte man dann, wenn die Schmerzen ungewöhnlich heftig sind, nicht nachlassen oder sich sogar verschlimmern. Dieser Rat gilt auch, wenn sie sich beim Niesen, Husten und Pressen verstärken, erst recht dann, wenn zum Beispiel ein Sturz stattgefunden hat, gleichzeitig Fieber und Nachtschweiß auftreten oder gar Lähmungserscheinungen in den Beinen. Ob Röntgen wirklich sinnvoll ist, hängt von diesen Begleiterscheinungen maßgeblich ab.

Gab es einen Unfall, wurde eine Osteoporose diagnostiziert, ist ein Gewichtsverlust feststellbar? Dann kann es durchaus naheliegen, ein Röntgenbild anzufertigen. Aber wissenschaftliche Studien zeigen auch: Wenn bei 1.000 Patientinnen und Patienten im Alter von 20 bis 50 Jahren mit unspezifischen Schmerzen des unteren Rückens jeweils ein Röntgenbild gemacht wird, ist das in nahezu allen Fällen nutzlos. Pro Jahr können etwa 2.000 Krebserkrankungen in Deutschland Röntgen und computertomographischen Untersuchungen zugerechnet werden – bezogen auf alle Körperregionen.

Dazu noch ein Hinweis der AOK Hessen: Wer unter Rückenschmerzen leidet, sollte weniger mit dem Smartphone hantieren. Das Beugen des Kopfes, um auf das Gerät zu schauen, belastet die Halswirbelsäule mit bis zu 27 Kilogramm.