Aktionenikk Südwest

SchlaueDörfer stärken Körper und Geist

Neues Projekt unterstützt Hilfe zur Selbstorganisation der Bürger

Wer sich sozial geborgen fühlt, bleibt länger gesund. Ein neues Projekt macht sich u.a. diese Grundannahme zu eigen und will Menschen in saarländischen Dörfern sowie Dörfern in Rheinland-Pfalz darin bestärken, nicht auf „Hilfe von oben“ zu warten, sondern sich selbst zu helfen und zu organisieren. Ziel ist, die Lebensqualität und die Gesundheit vor allem in den ländlichen Gemeinden langfristig zu stärken. Wie das im Saarland gehen kann – und in Rheinland-Pfalz bereits ansatzweise umgesetzt wird –  zeigte die Kickoff-Veranstaltung des Projektteams SchlaueDörfer in der Gemeinschaftsschule Mettlach-Orscholz.

v.l. Michael Hartenbach (Genesa eG), Prof. Dr. Tobias Hartmann (Leiter Deutsches Institut für Demenzprävention, Homburg), Uto Scheidt (Projektleiter SchlaueDörfer), Dr. Ellis Huber (Präventologe, wissenschaftlicher Beirat SchlaueDörfer), Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich (Landkreis Merzig-Wadern) und Prof. Dr. Jörg Loth (Vorstand IKK Südwest)
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Begrüßt von Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich für den Landkreis Merzig-Wadern, Schulleiter Georg Dillschneider  sowie IKK Südwest-Vorstand Prof. Dr. Jörg Loth als Projektförderer, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Projektleiter Uto Scheidt ins Thema eingeführt. Dabei verwies er unter anderem auf bereits bestehende Ansätze des Projektes in Rheinland-Pfalz und brachte die bisherige Zusammenarbeit mit der IKK Südwest als Beispiel,  wie sich SchlaueDörfer mit aktiven Ehrenamtlichen sowie deren professioneller Unterstützung auch in saarländischen Dörfern umsetzen lassen.

Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest, ist überzeugt davon, dass das Projekt im Saarland und in Rheinland-Pfalz Erfolg haben wird: „Aus unserer jahrelangen Erfahrung mit Gesundheits- und Präventionsprojekten in der Region wissen wir: Gerade in den kleineren Dörfern sind dank der engagierten Bürger  die sozialen Strukturen lebendig und intakt. Doch diese Menschen müssen wir noch besser unterstützen, damit sie auch andere davon überzeugen können, dass jeder etwas tun kann – nicht nur für sich selbst und für die eigene Gesundheit, sondern für das Wohl aller.“

Projektleiter Uto Scheidt brachte Beispiele aus rheinland-pfälzischen Dörfern, unter anderem Mannebach im Landkreis Trier-Saarburg, wo beispielsweise eine Dorfgesundheitshütte in Eigenregie errichtet wurde, die inzwischen zu einem sozialen Treffpunkt für die Menschen des Dorfes geworden ist, wo Neuigkeiten ausgetauscht und Kontakte geknüpft werden. Da es in jedem Ort bereits aktive Menschen gibt, die sich engagieren, wolle man diese „Macher“ gezielt stärken und sie über SchlaueDörfer gut miteinander vernetzen. So entsteht ein übergreifendes Team, das sein Wissen miteinander tauscht, kombiniert und so die gemeinsame Idee voran bringt.  

Die gezielte Unterstützung dieser „Dorfkümmerer“ besteht zum einen aus einer digitalen Plattform mit diversen einfachen Organisations- und Kommunikationswerkzeugen und einer intelligenten Datenbank, die viele verschiedene Informationen zum jeweiligen Dorf zusammenführt und allen interessierten Nutzern auf deren persönliche Bedürfnisse angepasst zur Verfügung stellt; zum anderen in einer wissenschaftlichen Begleitung, die auch die Verleihung eines Qualitätssiegels SchlauesDorf beinhaltet. All dies wird zwar vom Projektteam betreut – umgesetzt wird es jedoch federführend von den Bürgern und Partnern vor Ort. Den Anfang im Saarland soll das Dorf Morscholz machen. Weitere Standorte als „Musterdörfer“ sind Oberthal, Lebach-Niedersaubach, Losheim-Wahlen und Orscholz. In Rheinland-Pfalz wird das Dorf Mesenich das Pilotdorf sein, weitere Kandidaten sind Serrig, Mannebach und Trassem.

Ein wichtiger Anspruch des Projektes ist es, die bereits begonnenen Aktivitäten rund um das Thema „Gesundheit gehört in die Kommune“ ausdrücklich zu stärken. SchlaueDörfer versteht sich als ergänzende Initiative, etwa zum Projekt „Das-Saarland-lebt-gesund“ und anderen bereits laufenden Initiativen. Es besteht der klare Focus, die Gesundheitskompetenz der Bürger zu stärken und sie zur tatkräftigen Selbstorganisation zu motivieren.

Das Projekt ist kein kurzfristiges, sondern mittelfristig angelegt. Es läuft vom 6. Mai 2019 bis Mitte 2021.