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Weltnichtrauchertag 2018: Berliner Tabakprävention setzt sich ein für „Rauchfreie Autos für Kinder“

Schon wenige Züge an der Zigarette im Auto erhöhen die Feinstaubbelastung im Innenraum enorm. Tabakqualm ist der gefährlichste und zugleich bedeutendste vermeidbare Innenschadstoff für Kinder. Das ist Eltern oft nicht bewusst. Dabei beeinträchtigt Passivrauchen Kinder noch stärker als Erwachsene, denn ihre Organe sind noch nicht voll entwickelt und damit besonders empfindlich. Selbst wenn nicht in Anwesenheit von Kindern geraucht wird, werden diese mit den Giftstoffen konfrontiert, denn die lagern sich z.B. in Textilien ab und werden noch lange Zeit nach dem Rauchen in die Luft abgegeben. Dies gilt umso mehr, wenn auf kleinem Raum, zum Beispiel im Auto, geraucht wird

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In Berlin ist die Zahl der Familien, in denen geraucht wird, anhaltend hoch: Jedes 4. Kind im Einschulungsalter wächst in einem Haushalt auf, in dem mindestens eine Person raucht. Diese Zahl steigt deutlich an bei Familien in schwachen sozialen Lagen (vgl. Einschulungsuntersuchungen Berlin 2016).

Passivrauchen erhöht gesundheitliche Risiken bei Kindern

Bei Kindern kann Passivrauchen zu akuten und chronischen Atemwegserkrankungen und  zu akuter und chronischer Mittelohrentzündung führen, Asthma verschlimmern, sowie den Bluthochdruck und das Krebsrisiko erhöhen. Bei Babys gehört das Passivrauchen zudem zu den Hauptrisikofaktoren für den plötzlichen Kindstod!

Die Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin setzt sich gemeinsam mit vielen anderen Akteuren mit dem Landesprogramm Berlin qualmfrei für den Ausbau des Nichtraucherschutzes in Berlin ein. Kerstin Jüngling, Geschäftsführerin der Fachstelle für Suchtprävention Berlin, betont: „Angesichts der Risiken, denen besonders Kinder ausgesetzt sind, wenn im Auto geraucht wird, setzen wir uns dafür ein, dass dort konsequent auf das Rauchen verzichtet wird. Für die Unterstützung der Gesundheit von Kindern mit dieser Präventionsbotschaft für Eltern danke ich der BKK VBU herzlich.“

In mehreren europäischen Ländern, wie z.B. in Österreich, Schottland und Griechenland, ist es mittlerweile verboten, im Auto zu rauchen, wenn Kinder dabei sind.

Berliner Projekt „Rauchfreies Auto für mein Kind!“ startet

Um diesem wichtigen Thema Gewicht zu verleihen, starten wir zum 31. Mai 2018 mit Unterstützung der BKK VBU das Präventionsprojekt „Rauchfreies Auto für mein Kind!“. Aufgelegt wurden 5.000 Parkscheiben, die über die Risiken von Passivrauchen für (Klein)-Kinder im Auto informieren. Unsere Erfahrungen zeigen, dass eine Parkscheibe im Alltag (nicht nur) von Eltern regelmäßige Anwendung findet und damit auf der Rückseite Präventionsbotschaften gut platziert sind und immer wieder gelesen werden. Die Parkscheiben werden in allen Berliner Bezirken an Eltern und Familien ausgegeben, z.B. in Bürgerämtern, Familienzentren oder Elterncafés.

Anja-Kristin Wolfsohn-Brand, Leiterin der Fachberatung Kunde bei der BKK VBU, betont: „Schon im Kindesalter werden die Weichen für die spätere Gesundheit und einen gesunden Lebensstil gelegt. Deshalb unterstützen wir Projekte, die ein gesundes Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen fördern. Uns ist es außerdem wichtig, dass Eltern dort die Informationen haben, wo sie sich im Alltag aufhalten, also auch im Auto – auf dem Weg zum Einkauf oder beim Familienausflug am Wochenende.“ Allein im vergangenen Jahr wurden 7.500 Versicherte unter 16 Jahren der BKK VBU wegen chronischer Atemwegserkrankungen behandelt. „Das Passivrauchen kann dies verschlimmern und so lebenslange Schäden anrichten“, so Wolfsohn-Brand.