Barmer

Zehn Jahre Kinder- und Jugend-Programm

780.000 Teilnehmer seit Start des Programmes

Berlin, 18. September 2018 – Seit zehn Jahren leistet das Kinder- und Jugend-Programm der BARMER und des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Pionierarbeit in der medizinischen Versorgung. 780.000 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitierten seit Start des Programmes im Jahr 2008 von dessen Angeboten. Zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen, Impfungen und telemedizinische Anwendungen schließen Lücken im gesetzlichen Leistungskatalog. „Nicht allein für die bei der BARMER versicherten Kinder und Jugendlichen haben die Angebote des Kinder- und Jugend-Programmes neue Maßstäbe gesetzt. Inzwischen wurden viele der im Rahmen des Programmes erstmals angebotenen Innovationen fester Bestandteil des GKV-Leistungskataloges“, erklärte Dr. Mani Rafii, Vorstandsmitglied der BARMER. Beispiele dafür seien die Impfung gegen Rotaviren und die zusätzliche Früherkennungsuntersuchung U7a für Kleinkinder. Dieser Vorreiterrolle wolle das Kinder- und Jugend-Programm auch zukünftig gerecht werden. Neue digitale Anwendungen stünden bereits in den Startlöchern.

Hohe Teilnehmerzahl bei Kindern, Jugendlichen und Pädiatern

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Für die bessere medizinische Versorgung von Heranwachsenden investierte die BARMER im Rahmen des Kinder- und Jugend-Programms allein im Jahr 2017 etwa 13,5 Millionen Euro. Aktuell sind laut BARMER rund 580.000 Kinder und Jugendliche in das Programm eingeschrieben. Auch bei den Kinder- und Jugendärzten stößt das Programm auf große Resonanz. Bundesweit nehmen rund 5.800 Pädiater daran teil. Das sind 92 Prozent aller ambulant tätigen Kinder- und Jugendärzte. „Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte entwickelte ein komplett neues Vorsorgesystem mit modernen Untersuchungs- und Beratungsinhalten, mit denen Pädiater nicht nur körperliche, sondern auch psychische und soziale Entwicklungsauffälligkeiten feststellen und Entwicklungsrisiken wie mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung oder übermäßigen Medienkonsum identifizieren können“, sagte BVKJ-Präsident Dr. med. Thomas Fischbach.

Möglichkeiten der digitalen Medizin nutzen

Neben dem seit dem Jahr 2016 integrierten telemedizinischen Konsiliararztsystem „PädExpert“, mit dem die Kinder- und Jugendärzte sich online mit fachärztlich tätigen Pädiatern zu Diagnostik und Therapie austauschen können, würden die Weichen für die Erweiterung des Programmes um weitere innovative digitale Anwendungen bereits gestellt. Ab Januar 2019 startet die App „PädAssist“. An Asthma oder Rheuma erkrankte Kinder und Jugendliche zwischen vier und 17 Jahren sowie deren Eltern können bestimmte Krankheitswerte direkt in ihr Smartphone eingeben und an den behandelnden Pädiater übermitteln. „Die Medizin wird zunehmend digital. Der BARMER-Vertrag hilft uns, die Möglichkeiten der Digitalisierung für unsere Patienten zu nutzen, zum Beispiel um schneller und einfacher mit unseren Patienten und ihren Eltern zu kommunizieren“, betonte Fischbach.

Online-Video-Sprechstunde weist in die Zukunft

Ergänzt werde „PädAssist“ im kommenden Jahr durch die Möglichkeit von Online-Video-Sprechstunden („PädHome“). Sobald das Angebot gemäß der Vorgaben des Bundesmantelvertrages Ärzte für Online-Sprechstunden zertifiziert sei, gehe es an den Start. „PädAssist“ und „PädHome“ würden zunächst in den Pilotregionen Nordrhein-Westfalen und Bayern getestet mit dem Ziel, sie nach erfolgreicher Testphase bundesweit auszurollen. „Das Kinder- und Jugend-Programm zeigt eindrucksvoll, dass es Krankenkassen und Ärzten gemeinsam gelingt, die medizinische Versorgung so weiter zu entwickeln, dass die Menschen möglichst früh von sinnvollen Innovationen profitieren. Es leistet einen wichtigen Beitrag, die Gesundheitsversorgung der Kinder- und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern“, so Rafii.

Weitere Informationen unter www.barmer.de/a000068

Leistungen im Rahmen des Kinder- und Jugend-Programms

Paed.Check 7.0 (U10)

  • Für Kinder im Alter von sieben bis acht Jahren
  • Hör- und Sehtest
  • Messung von Länge, Gewicht und Blutdruck, Urinprobe
  • Fragen zum Beispiel zu Krankheiten, Ängsten, Verhaltensauffälligkeiten, Ernährungsstörungen, Schulproblemen und gesundheitsgefährdenden Faktoren

Paed.Check 9.0 (U11)

  • Für Kinder im Alter von neun bis zehn Jahren
  • Untersuchungen und Fragen analog Paed.Check 7.0 (U10) plus zusätzlicher Fragen zur altersgerechten Entwicklung
  • Für Mädchen: Hinweis auf die Möglichkeit der ersten Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Paed.Check 16.0 (J2)

  • Für Jugendliche im Alter von 16 bis 17 Jahren
  • Messung von Länge, Gewicht und Bluthochdruck, Urinprobe, ggf. Blutentnahme bei Verdacht auf Fettstoffwechselstörungen
  • Fragebögen für Eltern und Jugendliche zur Überprüfung der altersgerechten körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung (zum Beispiel unter Einbeziehung des Umgangs mit Medien, Alkohol und Nikotin sowie Liebe und Sexualität)
  • Vervollständigung des Impfstatus, falls erforderlich

Paed.Plus

  • Erweiterung der gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen um Eltern- und Jugendfragebögen mit speziellen Fragen zur körperlichen sowie emotionalen, sozialen und geistigen Entwicklung
  • Vorausschauende Beratung der Eltern zur Stärkung der Prävention, zum Beispiel Schütteltrauma, Unfallprävention und Erziehungsstil

PädExpert

  • Telemedizinisches Konsiliararztsystem, mit dessen Hilfe der Pädiater einen Kinderfacharzt konsultieren und sich mit diesem online zu Diagnostik und Therapie bei chronischen und speziellen Erkrankungen austauschen kann.

Amblyopiescreening

  • Kostenübername eines Amblyopiescreenings bei Kleinkindern im Alter vom fünften bis 27. Lebensmonat, um Sehstörungen frühzeitig zu erkennen

Kürzere Wartezeiten

  • Bei vereinbarten Terminen ist die Wartezeit in der Regel auf 30 Minuten begrenzt. Für berufstätige Eltern werden grundsätzlich geeignete Termine angeboten

Neu ab 1. Januar 2019 (zunächst Testphase in Nordrhein-Westfalen und Bayern, bundesweiter Rollout geplant)

PädAssist

  • App für an Asthma oder Rheuma erkrankte Kinder und Jugendliche zwischen vier und 17 Jahren sowie Schreibabys bis zum Alter von drei Monaten
  • Kinder, Jugendliche und deren Eltern können via App krankheitsbedingte Werte oder bei Schreibabys Schlafprotokolle in ihrem mobilen Gerät erfassen und online an den behandelnden Pädiater übermitteln.
  • Ermöglicht ein umfassendes Langzeitmonitoring des Krankheitsverlaufs und daraufhin eine optimal angepasste Therapie
  • Weitere Ziele: Bessere Compliance und die Vermeidung unkoordinierter Facharztkontakte

PädHome

  • Online-Video-Sprechstunde
  • Kinder, Jugendliche und Eltern können die Ergebnisse des Langzeitmonitorings (siehe PädAssist) online mit dem Arzt über geeignete Endgeräte besprechen
  • Vermeidung von langen Anfahrtswegen und Wartezeiten, soweit kein persönlicher Arzt-Patientenkontakt erforderlich ist
  • Start geplant im Jahr 2019, nach entsprechender Zertifizierung gemäß den Vorgaben des Bundesmantelvertrages Ärzte für Online-Sprechstunden