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AOK-Umfrage zur nachhaltigen Ernährung macht Erwartungen der Bevölkerung deutlich

Zum jüngst präsentierten Ernährungsstrategiepapier „Gutes Essen für Deutschland“ der Bundesregierung, hat die AOK die Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage zur klimaschonenden Ernährung veröffentlicht: Nach der forsa-Befragung würden sich 68 Prozent der rund 1.500 befragten Bürgerinnen und Bürger gerne nachhaltiger ernähren. Am stärksten zeigt sich dieser Wunsch mit 83 Prozent bei jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren. Jedoch belegt die Umfrage auch, dass vielen das entsprechende Wissen um Ernährung fehlt. So weiß beispielsweise nur ein Viertel der Erwachsenen, dass in punkto Ernährung der reduzierte Konsum tierischer Produkte wie Fleisch oder Milchprodukte den stärksten Effekt auf das Klima hat. Drei Viertel der Befragten (76 Prozent) wünscht sich zudem ein verbindliches und verständliches Klimalabel.

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„Durch ein klares Klimalabel können Verbraucherinnen und Verbraucher Lebensmittel ganz einfach nach klimafreundlich und klimaschädlich unterscheiden. Damit ließe sich der Einkauf für die ganze Familie bewusster und einfacher gestalten. Wichtig ist daher, dass der Gesetzgeber die erforderlichen Voraussetzungen rasch schafft“, erläutert Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse.

In den Eckpunkten ihres Strategiepapiers hat die Bundesregierung diesen Aspekt für eine gesunde und nachhaltige Ernährung zwar berücksichtigt, jedoch ohne eine klare Vorstellung zu verfassen. Aus AOK-Sicht ist es wünschenswert, dass die Bundesregierung die Kennzeichnung mit dem Nutri-Score weiterentwickeln und EU-weit verpflichtend einführen will. Ein Engagement für ein Klimalabel wäre jedoch ebenso erforderlich.

Die AOK-Umfrage liefert zugleich Erkenntnisse zu möglichen steuerlichen Anreizen: Um den Verzehr von klimafreundlicher Ernährung zu fördern, sollten nach Meinung der Bürgerinnen und Bürger auch steuerliche Anreize geschaffen werden – 78 Prozent der von forsa befragten Personen finden, dass gesunde Lebensmittel niedriger besteuert werden sollten. Für eine höhere Besteuerung von klimaschädlichen Nahrungsmitteln sprechen sich immerhin etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent) aus.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • 68 Prozent der Befragten würden sich gerne nachhaltiger ernähren. Dieser Aussage stimmen 20 Prozent voll und ganz und 48 Prozent eher zu.
  • Fast drei Viertel der Befragten (72 Prozent) wissen nicht, mit welcher Verhaltensweise im Bereich Ernährung man als Endverbrauchende den größten positiven Nutzen für das Klima erzielen kann.
  • Nur 27 Prozent der Bevölkerung wissen, dass ein reduzierter Konsum tierischer Produkte wie Fleisch oder Milchprodukte die effektivste Verhaltensweise mit dem größten positiven Nutzen für das Klima ist.
  • Drei Viertel der Befragten (76 Prozent) stimmen der Aussagen voll und ganz (41 Prozent) bzw. eher (35 Prozent) zu, dass sich die Politik für eine verpflichtende und verständliche Lebensmittelkennzeichnung zum Klimaschutz einsetzen sollte.
  • Gut drei Viertel (78 Prozent) der Bevölkerung sind der Meinung, dass die Politik gesunde Lebensmittel niedriger besteuern sollte.

Geteilt zeigt sich die Meinung der Befragten bei der Besteuerung klimaschädlicher Lebensmittel: Knapp über die Hälfte (55 Prozent) meint, dass die Politik klimaschädliche Lebensmittel höher besteuern sollte (25 Prozent voll und ganz, 30 Prozent eher), während 41 Prozent diesem Vorschlag eher nicht (