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Herzkrankheiten: AOK-Analyse für Niedersachsen

Weniger Herzinfarkte, leichter Anstieg bei Schlaganfällen und Bluthochdruck-Diagnosen

Herzinfarkte sind in Niedersachsen in den vergangenen Jahren um 12 Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2022 wurden landesweit 350 Fälle pro 100.000 Einwohner registriert, im Jahr 2017 waren es noch 420 Fälle. Das zeigt der Gesundheitsatlas Deutschland des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Herzinfarkte: Niedersachsen weiterhin leicht über Bundesschnitt

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Im Bundesvergleich liegt Niedersachsen mit dem Wert von 350 Fällen pro 100.000 Einwohner damit trotzdem weiterhin leicht über dem Median von 340 Fällen pro 100.000. Die Häufigkeit von Herzinfarktdiagnosen unterscheidet sich zwischen den einzelnen niedersächsischen Landkreisen: Am wenigsten betroffen waren die Menschen in Braunschweig (260 Fälle /100.000 Einwohner), Wolfenbüttel (270 Fälle) und der Stadt Osnabrück (270 Fälle). Unterschiede können z.B. durch die Bevölkerungsstruktur in den Landkreisen bedingt sein – leben dort mehr ältere Einwohner, ist die Rate in der Regel höher. 

Männer doppelt so häufig betroffen wie Frauen

In Niedersachsen wurde bei Männern über den betrachteten Zeitraum hinweg doppelt so häufig ein Herzinfarkt diagnostiziert wie bei Frauen. Den größten Einfluss auf Herzkreislauferkrankungen hat jedoch das Alter: ältere Menschen sind deutlich häufiger betroffen als jüngere. Weiterhin haben Umwelt- und Lebensstilfaktoren wie ungesunde Ernährung, Rauchen, Feinstaubbelastung, Stress und zu wenig Bewegung negative Auswirkungen auf die Herzgesundheit.

Schlaganfälle und Bluthochdruck: Leichter Anstieg

Leicht angestiegen ist die Häufigkeit einer Schlaganfalldiagnose (1,8 Prozent in 2017 auf 1,9 Prozent in 2022) sowie Bluthochdruck. Von letzterem waren im Jahr 2022 30,7 Prozent der Einwohner betroffen (2017: 28,9 Prozent). Bluthochdruck ist für alle anderen beschriebenen Herzkreislauferkrankungen ein Risikofaktor und sollte in jedem Alter behandelt und gut eingestellt werden.

Leichter Rückgang bei Koronarer Herzkrankheit und Herzinsuffizienz

Bei der Koronaren Herzkrankheit (Verengung der großen Adern, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen) war im Jahr 2022 ein leichter Rückgang auf 7,8 Prozent der Einwohner zu verzeichnen. Fünf Jahre vorher waren es noch 8,1 Prozent. Ähnlich verhält es sich bei der Diagnose Herzinsuffizienz: 5 Prozent litten im Jahr 2022 daran, 2017 waren es 5,2 Prozent.

Hintergrund

Die Aussagen zur Krankheitshäufigkeit für die knapp 83 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner in den Regionen Deutschlands basieren auf den Abrechnungsdaten der 27 Millionen AOK-Versicherten. Um hieraus Aussagen für alle Einwohnerinnen und Einwohner treffen zu können, wird ein Hochrechnungsverfahren eingesetzt, das für diesen Zweck vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) in Zusammenarbeit mit der Universität Trier entwickelt wurde. Mit dieser Methodik werden Unterschiede zwischen den AOK-Versicherten und der Gesamtbevölkerung in Bezug auf Alter, Geschlecht und Krankheitshäufigkeit durch ein statistisches Verfahren herausgerechnet. Folglich stehen Informationen zu Krankheitshäufigkeiten in der Gesamtbevölkerung bis auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte zur Verfügung.

Weitere Informationen unter:

https://www.gesundheitsatlas-deutschland.de/

Wie unterstützt die AOK Niedersachsen ihre Versicherten?

Besondere Versorgungsverträge für Versicherte der AOK Niedersachsen

PRECOVERY

Patientinnen und Patienten ab 65 Jahren, bei denen ein Eingriff am Herzen geplant ist (z.B. Herzklappenoperation, Bypass) haben die Möglichkeit, einen zweiwöchigen Aufenthalt in einer Rehaklinik vor der OP (Prehabilitation) zu absolvieren. Dieser hat das Ziel, die medizinischen Risiken vor einer Operation zu senken und den Genesungsprozess zu verbessern. Mehr Infos: Precovery AOK Niedersachsen

Smart-Ereignis-Rekorder

​Für Patientinnen und Patienten mit ungeklärten Ohnmachtsanfällen (Synkopen) gibt es ein Angebot der AOK Niedersachsen: „Smart-Ereignis-Rekorder“ ermöglicht den ambulanten, operationslosen Einsatz von so genannten smarten Ereignisrekordern (zeichnen über einen zweiwöchigen Untersuchungszeitraum jeden Herzschlag auf) zur Abklärung von Herzrhythmusstörungen bei Synkopen. Die innovativen Ereignisrekorder, welche mittels Elektrodenpflaster auf der Brust angebracht werden, schränken den Patienten im Alltag nicht ein, vermeiden Operationen und Krankenhausaufenthalte und verbessern somit die Versorgung. Mehr Infos: Smart-Ereignis-Rekorder | AOK Niedersachsen

DMP AOK-Curaplan Koronare Herzkrankheit

Für bereits an KHK erkrankte Versicherte der AOK Niedersachsen gibt es ein Behandlungsprogramm. Das Ziel von AOK-Curaplan KHK ist es, durch eine strukturierte und langfristige Behandlung das Risiko für erstmalige oder wiederholte Herzinfarkte zu senken. Ob eine Teilnahme infrage kommt, klärt der behandelnde Arzt. Er informiert auch über die Inhalte des Disease-Management-Programms (DMP). Aktuell sind über 77.000 Versicherte der AOK Niedersachsen in das Programm eingeschrieben.

Mehr Infos: AOK-Curaplan Koronare Herzkrankheit | AOK


Über die AOK Niedersachsen

Die AOK ist die größte Krankenversicherung in Niedersachsen (Marktanteil 39,2 Prozent). Über 3 Millionen Versicherte können sich auf den Schutz einer starken Gemeinschaft verlassen. Zwischen Nordsee und Harz ist die Gesundheitskasse an über 100 Standorten vertreten. Die AOK beschäftigt landesweit rund 6900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Haushaltsetat beträgt in der Kranken- und Pflegeversicherung rund 16 Milliarden Euro.       

Pressekontakt:

Johannes-Daniel Engelmann, Telefon: 0511 8701 10013, E-Mail: Johannes-Daniel.Engelmann@nds.aok.de      

Stefanie Ohlendorf, Telefon: 0511 8701 10010, E-Mail: Stefanie.Ohlendorf@nds.aok.de