- – Bisheriger Höchststand während der Pandemie
- – Trotz gleichen Anspruchs: Deutlich mehr kranke Kinder werden von Müttern betreut
– Kinderkrankengeld ist eine Errungenschaft der Solidargemeinschaft
- Der Anteil der bayerischen AOK-Mitglieder mit mindestens einem Kinderkrankenfall pro Jahr ist im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 wieder leicht gesunken. 2025 meldeten insgesamt 3,4 Prozent aller Frauen und Männer, die bei der AOK Bayern versichert sind und Anspruch auf Kinderkrankengeld haben, mindestens einmal „Kind krank“ (2024: 3,5 Prozent). Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zum Internationalen Kindertag am 1. Juni. Allerdings dauerten im Jahr 2025 die eingereichten Kinderkrankenfälle geringfügig länger: 2,4 Tage gegenüber 2.3 Tagen im Jahr 2024. Insgesamt liegt Bayern im Jahr 2025 unter dem Bundesdurchschnitt von 4,6 Kinderkrankenfällen und 2,5 Kinderkrankentagen. Ein Höchststand bei den Kinderkrankengeldfällen wurde im Jahr 2022 während der Corona-Pandemie erreicht: Damals reichten 3,8 Prozent der bayerischen AOK-Mitglieder mindestens einen Kinderkrankentag ein. Auf jeden dieser Kinderkrankenfälle entfielen 2022 durchschnittlich 2,7 Tage.
- Kinderkrankengeld als Errungenschaft der Solidargemeinschaft erhalten
- „Zwar bieten Kinderkrankentage gesetzlich krankenversicherten Eltern die Möglichkeit zur Betreuung ihrer kranken Kinder der Arbeit fernzubleiben, sie gehen aber – anders als Krankmeldungen bei einer eigenen Arbeitsunfähigkeit – ab dem ersten Tag auch mit Lohneinbußen einher“, erläutert Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern. Aktuell haben Eltern bei einem Kinderkrankentag einen gesetzlichen Anspruch auf regulär 90 Prozent des ausgefallenen Netto-Gehalts, der über die Krankenkasse beantragt und ausgezahlt wird. Zudem ist der maximale Brutto-Kinderkrankengeldanspruch pro Tag bei 135,63 Euro gedeckelt und von diesem Krankengeld werden noch Versichertenanteile zu Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgezogen. Ausdrücklich begrüßt die AOK-Chefin, dass die zwischenzeitlich von der Bundesregierung im Rahmen des Beitragsstabilisierungsgesetzes vorgeschlagene Kürzung des Kinderkrankengeldes kein Thema mehr ist: „So bleibt das Kinderkrankengeld als eine wichtige Errungenschaft der Solidargemeinschaft erhalten.“
- Betreuung kranker Kinder übernehmen weiterhin meist die Mütter
- Wie viele Kinderkrankentage genutzt werden können, hängt von der jeweiligen Familiensituation ab: Bei einem Kind stehen jedem Elternteil 15 Arbeitstage pro Jahr zu, Alleinerziehenden 30 Tage. Familien mit mehreren Kindern können zusätzliche Tage in Anspruch nehmen, Voraussetzung ist ein ärztliches Attest. Die Leistung gibt es bereits seit 1974. „Obwohl der Anteil der Väter, die zuhause ein krankes Kind betreuen, in Bayern von 17,5 Prozent im Jahr 2013 auf 23 Prozent im Jahr 2025 gestiegen ist, bleibt die Betreuung in Familien weiterhin meist bei den Müttern “, sagt Stippler. So wurden im Jahr 2025 in Bayern 77 Prozent der Kinderkrankentage von Frauen in Anspruch genommen. Im Freistaat war die Beteiligung der Väter mit 23 Prozent dabei am niedrigsten von allen Bundesländern. Bundesweit beantragten AOK-versicherte Mütter 73 Prozent und Väter 27 Prozent der Kinderkrankentage.
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