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Zweifach Gold für hessische Ärztenetze

Höchste Auszeichnungsstufe beim Qualitätsmonitoring

Sind alle Praxen unter dem Strich medizinisch gesehen annähernd gleich? Das Programm QuATRo* zeigt, dass es teilweise erhebliche Qualitätsunterschiede geben kann. Wie schon in den Vorjahren erhält das Gesundheitsnetz Frankfurt (GNEF) die höchste Auszeichnungsstufe, ebenso und zum ersten Mal das in Südhessen beheimatete Ärztenetz Rhein-Main. Evaluiert wurde diesmal auch anhand ausgewählter Indikatoren, inwieweit die Versorgung geschlechtsspezifisch stattfand. Denn Frauen benötigen mitunter andere Therapien und Dosierungen als Männer.

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Nur 13 Netze bundesweit erreichen den Gold-Standard – die höchste Auszeichnungsstufe. Er beweist, dass dort Versicherte besonders versiert und leitlinienkonform medizinisch versorgt werden. 873 Ärztinnen und Ärzte aus zehn hessischen Arztnetzen messen ihre Versorgungsqualität mit diesem anerkannten Programm. Hierbei werden 63 Qualitätsindikatoren analysiert, darunter neben vielen anderen Punkten der Antibiotikaeinsatz, die Vermeidung von Opioiden bei Rückenschmerzen und die Quote für den Check-Up 35. Praxen werden somit in ihrer Versorgung vergleichbar, da verschiedene Behandlungsparameter erfasst und ausgewertet werden. Ärztinnen und Ärzte erhalten dadurch zusätzliche Informationen, die sie dabei unterstützen können, ein umfassenderes Gesamtbild ihrer Versorgungstätigkeit zu gewinnen. Die hierfür notwendigen Daten liegen grundsätzlich bereits vor. QuATRo bietet die Möglichkeit, diesen Datenschatz gezielt zu betrachten, zu vergleichen und zu analysieren.

Die kleinen Unterschiede

„Da der reine Vergleich von Kennzahlen nicht ausreicht, werden in gemeinsamen netzinternen und netzübergreifenden Austauschen die Ergebnisse eingeordnet und mögliche Schlussfolgerungen erarbeitet. Ziel ist es, Erkenntnisse aus dem Qualitätsmonitoring nutzbar zu machen und so die Weiterentwicklung der ärztlichen Versorgung regional und überregional zu unterstützen“, erzählt Jasmin Makic, verantwortlich für ambulantes Versorgungsmanagement bei der AOK Hessen. Die Behandlung wird dadurch spürbar optimiert: Das kann die Diagnosestellung betreffen, aber auch die Medikation und die Überprüfung der weiteren Behandlung. Diesmal wurde ein besonderes Augenmerk auf gendermedizinische Fragen gelegt. Insbesondere bei kardiovaskulären Erkrankungen, psychischer Gesundheit, Schmerzempfinden und Arzneimittelverträglichkeit kann es erhebliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen geben. „Werden diese berücksichtigt, profitieren vor allem letztere, denn immer noch ist es so, dass weite Teile der Medizin eher auf Männer ausgerichtet sind“, ergänzt Makic.

Die Quoten sollen nach oben gehen 

Ein besonders gutes Beispiel für die Zusammenarbeit mit Arztnetzen über QuATRo bildet die HPV-Impfkampagne. „Im Rahmen unseres quartalsweisen Workshops haben wir die niedrigen HPV-Impfquoten in Hessen mit den Arztnetzen besprochen. Das Ärztenetz Rhein-Main hat daraus ein eigenes Projekt zur Verbesserung der Impfquoten in Südhessen umgesetzt“, so Makic. HPV-Impfungen betreffen junge Frauen und Männer gleichermaßen.

* steht für „Qualität in Arztnetzen – Transparenz mit Routinedaten“

Preisträger 2026 in Hessen

Basisstufe: Ärztegenossenschaft PriMa, A.N.R. – Arztnetz für die Region Lahn-Dill

Silber: Gesundheitsnetz Osthessen, ÄNGie – Ärztenetz Kreis Gießen, ÄQ Ried, Praxisnetz Region Kassel Nord

Gold: GNEF – Gesundheitsnetz Frankfurt am Main, Ärztenetz Rhein-Main

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