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AHA-Regeln einhalten, um sich und andere zu schützen

Die AOK Hessen ruft angesichts des bevorstehenden Herbstbeginns dazu auf, in der kälteren Hälfte des Jahres besonders umsichtig zu sein und sich und andere vor einer Infektion mit Covid-19 zu schützen. Vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse zu möglichen Langzeitfolgen der Erkrankung sei es zudem wichtig, sich endgültig von der Annahme einer eher leichten oder grippeähnlichen Infektion zu verabschieden. 

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„Die sogenannten AHA-Regeln – Abstand, Hygiene, Alltagsmasken – sind eine genauso simple wie wirkungsvolle Methode, um die Zahl der Neuinfektionen in einem beherrschbaren Bereich zu halten. Sie einzuhalten, ist eine Frage der gesellschaftlichen Solidarität, denn nach wie vor sind ältere und vorerkrankte Menschen besonders gefährdet, schwere und schwerste Verläufe von Covid-19 zu erleiden“, sagt Dr. Angela Smith, Leiterin des Medizinischen Kompetenzcenters der AOK Hessen. Im Herbst und Winter drohe ein erneuter Anstieg der Fallzahlen, weil sich Menschen verstärkt in Innenräumen aufhielten und das Virus sich auf diese Weise leichter verbreite. Zudem sei die Differenzierung zwischen grippalen Infekten, der Grippe und Covid-19 für Ärztinnen und Ärzte eine enorme Herausforderung. „Wir alle müssen in den kommenden Monaten noch etwas sensibler und umsichtiger sein, um die Situation auch weiterhin unter Kontrolle zu halten“, sagt Smith.

Chronische Erschöpfung als mögliche Folge

Denn je mehr Fälle es gebe, desto größer sei die Gefahr schwerer Verläufe und tödlicher Ausgänge der Infektion, insbesondere für Risikogruppen. Aber auch, wer nicht zu einer Risikogruppe gehört, könne erheblich unter Covid-19 leiden – auch über die akute Infektion hinaus. „Es gibt immer deutlichere Hinweise darauf, dass diese Erkrankung in nicht wenigen Fällen zu teils erheblichen Langzeitfolgen führt. Die Forschung hierzu steht zwar noch am Anfang, aber die bisherigen Erkenntnisse sollten uns sehr aufmerksam machen“, sagt Dr. Angela Smith. Das Spektrum möglicher Langzeitfolgen ist breit. Es reicht laut aktueller Studien von einer anhaltenden Verschlechterung der Lungenfunktion, über Kopfschmerzen, erheblichen Konzentrationsschwierigkeiten und Gelenkschmerzen bis zum „chronischen Fatigue-Syndrom“ (CFS). Letzteres führt dazu, dass sich Patientinnen und Patienten schon nach kleinsten Anstrengungen erschöpft fühlen und dadurch im Alltag schwer beeinträchtigt sind. Bei früheren SARS- und MERS-Epidemien ist das Chronische Fatigue-Syndrom ebenfalls gehäuft aufgetreten.

Anteil der Langzeiterkrankten schwer zu beziffern

Wie groß der Anteil von Betroffenen mit Langzeitfolgen ist, lässt sich momentan noch schwer beurteilen. Häufigkeitsangaben reichen von 10 bis 15 Prozent in der „COVID Symptom Study“ bis hin zu 87 Prozent in einer italienischen Studie. Aktuell erschien im »Morbidity and Mortality Weekly Report« der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC ein Bericht über die Ergebnisse einer telefonischen Befragung von 292 Patienten, die nicht im Krankenhaus waren. In den Telefoninterviews gaben 35 Prozent der Befragten an, sich Wochen nach ihrer Erkrankung noch immer nicht wieder so fit zu fühlen wie davor. Auch in der jüngsten erfassten Altersgruppe (18 bis 35 Jahre) war insgesamt jeder Vierte (26 Prozent) betroffen; von den 18- bis 35-Jährigen ohne Vorerkrankung waren es immerhin noch 19 Prozent. Die häufigsten andauernden Symptome waren Husten (43 Prozent) und erhebliche Müdigkeit bzw. Erschöpfung (35 Prozent).