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AOK-Analyse für Niedersachsen: 32 Mio. Kranktage – aber Fehlzeiten erstmals wieder leicht rückläufig

Anstieg bei Langzeiterkrankungen / Höchststand bei Krankengeld-Ausgaben

Krankschreibungen haben im vergangenen Jahr in Niedersachsen zu rund 32 Millionen Ausfalltagen im Job geführt. Das zeigt eine Analyse der AU-Daten von AOK-versicherten Beschäftigten. Mit 24,2 AU-Tagen pro Mitglied waren die Fehlzeiten nach den Spitzenwerten der Vorjahre erstmals wieder leicht rückläufig. Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen: „Insgesamt waren es knapp 225.000 Tage weniger als 2024. Auch im ersten Halbjahr 2026 entwickelten sich die erfassten AU-Tage so, dass mit einem weiter sinkenden Krankenstand zu rechnen ist.“

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Im Vergleich der verschiedenen medizinischen Diagnosen lagen Atemwegserkrankungen mit 81,3 AU-Fällen je 100 Mitglieder an erster Stelle. Der aktuelle Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt: Während die Ausfallzeiten im Job hier im Schnitt 5 bis 6 Tage dauerten, hatten wesentlich seltenere Langzeiterkrankungen deutlich größere Auswirkungen. Psychische Diagnosen wiesen mit einer durchschnittlichen Krankheitsdauer von rund 29 Tagen pro Krankheitsfall Höchstwerte auf. Insgesamt sind die Fehlzeiten hier in zehn Jahren um rund 41 Prozent auf nun 430 Tage je 100 Mitglieder angestiegen.

AOK-Chef Peter: „Den Anstieg der langen Ausfallzeiten im Job müssen wir ernst nehmen und betriebliche Gesundheitsförderung weiter stärken. Gesunde Arbeits- und Lebenswelten sind der Schlüssel für gesunde Beschäftigte.“

Krankengeld-Ausgaben deutlich gestiegen

Ist ein Arbeitnehmer krank, erhält er in der Regel sechs Wochen lang weiter Gehalt. Anschließend zahlt die Krankenkasse 70 Prozent des monatlichen Bruttolohns bis zur Beitragsbemessungsgrenze (5.812,50 Euro im Monat; Stand 2026), höchstens aber 90 Prozent des letzten Nettoarbeitsentgelts. Krankengeld ist auf 78 Wochen innerhalb von drei Jahren beschränkt. Die Ausgaben für Krankengeld steigen bei der AOK Niedersachsen seit 2022 im Schnitt um 5 Prozent / Jahr – 2025 waren es insgesamt fast 895 Millionen Euro.

Gemeinsames Projekt mit MHH bringt Menschen zurück in Beschäftigung

Lange AU-Zeiten wirken sich bei den allermeisten Betroffenen negativ aus. Daher haben die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und AOK Niedersachsen das gemeinsame Forschungsprojekt PRO*ACTIVE gestartet. Das Programm fördert die Wiedereingliederung von Patientinnen und Patienten mit Depression in den Arbeitsprozess.

Ziel ist es herauszufinden, ob die Verknüpfung von Therapie und Arbeit bessere Behandlungserfolge, kürzere Fehlzeiten und eine nachhaltige Rückkehr in den Beruf zur Folge hat. Das Projekt ist im Herbst 2025 gestartet und wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) mit rund 4,2 Mio. Euro gefördert.

Zum Hintergrund

Der Fehlzeiten-Report wird seit 1999 jährlich vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld und der Berliner Hochschule für Technik herausgegeben. Weitere Infos unter:

https://www.wido.de/publikationen-produkte/buchreihen/fehlzeiten-report

Über die AOK Niedersachsen

Die AOK ist die größte Krankenversicherung in Niedersachsen (Marktanteil 39,9 Prozent). 3,1 Millionen Versicherte können sich auf den Schutz einer starken Gemeinschaft verlassen. Zwischen Nordsee und Harz ist die Gesundheitskasse an über 100 Standorten vertreten. Die AOK beschäftigt landesweit rund 7.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Haushalts-etat beträgt in der Kranken- und Pflegeversicherung rund 18,5 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Stefanie Ohlendorf, Telefon: 0511 8701 10010, E-Mail: Stefanie.Ohlendorf@nds.aok.de   
Johannes-Daniel Engelmann, Telefon: 0511 8701 10013, E-Mail: Johannes-Daniel.Engelmann@nds.aok.de