AOK Hessen informiert zum heutigen Welt-Rheuma-Tag
Bad Homburg, 12. Oktober 2026
- Erkrankung bei Kindern nicht leicht erkennbar.
- Schmerzen bleiben anfangs oft aus, dafür auffälliges Gangbild.
- Rund 20.000 Kinder und Jugendliche bundesweit betroffen.
Rheuma ist nicht nur eine Erkrankung des Erwachsenenalters, auch Kinder und Jugendliche können betroffen sein. Kindliches Rheuma ist allerdings nicht immer leicht zu erkennen und zu diagnostizieren. „Mit einer rechtzeitigen und konsequenten Therapie stehen die Chancen gut, dass die Mehrzahl der Kinder ein Leben ohne große Beeinträchtigungen führen kann“, sagt Dr. Christoph-Gerard Stein, Mediziner bei der AOK Hessen.
Die häufigste Form des Kinderrheumas ist die sogenannte Juvenile Ideopathische Arthritis (JIA). Juvenil heißt „jugendlich“, idiopathisch bedeutet „unbekannte Ursache“ und Arthritis ist der medizinische Fachbegriff für Gelenkentzündung. Eine exakte Diagnose ist alles andere als einfach, weil es häufig keine beweisenden Laborwerte oder typische Röntgenbefunde gibt. „Die Diagnose rheumatischer Erkrankungen bei Kindern ergibt sich meist aus einer Vielzahl von Befunden zusammen mit einer passenden Krankheitsgeschichte und setzt viel Erfahrungen voraus“, hebt Stein hervor.
Manchmal fehlen die Schmerzen
Pro Jahr erkranken laut Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie hierzulande rund 1.500 Kinder an der JIA, schätzungsweise etwa 20.000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren sind bundesweit insgesamt von der chronischen Gelenkentzündung betroffen. Häufig beginnt die Erkrankung mit einem geschwollenen Knie oder einem anderen schmerzenden Gelenk, wie Hand- oder Sprunggelenk. „Aber nicht immer klagen die betroffenen Kinder über Schmerzen“, sagt Stein. „Auch sichtbare Gelenkschwellungen können fehlen.“ Manchmal weisen dann lediglich ein auffälliges Gangbild oder Schonhaltungen auf das Vorliegen einer Gelenkentzündung hin.
Eine Entzündung muss kein Rheuma sein Aber auch nicht jedes geschwollene oder schmerzende Gelenk bedeutet gleich Rheuma: Meist klingt eine Gelenkentzündung nach wenigen Tagen von selbst wieder ab. Bei einer länger andauernden Symptomatik sollte unbedingt eine kinderärztliche Vorstellung erfolgen. Bei der JIA richtet sich das körpereigene Abwehrsystem nicht gegen fremde Krankheitserreger, sondern gegen körpereigene Strukturen, Fachleute sprechen dann auch von einer Autoimmunerkrankung. Fehlgesteuerte Immunzellen wandern in die Gelenke ein und lösen dort an den Gelenkinnenhäuten eine Entzündungsreaktion aus. Ohne Therapie kann das Gelenk dadurch auf Dauer zerstört werden.


