AOK

Weniger Herzinfarkte als vor der Pandemie

Rückgang um 16 Prozent hessenweit seit 2017

Bundesweit und in Hessen gibt es einen anhaltenden Rückgang von Herzinfarkten. Das hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) aktuell für das Jahr 2024 ausgewertet. Die Zahlen beziehen sich auf alle GKV-Versicherten. Von 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern waren 310 Menschen ab 30 Jahren deswegen in stationärer Behandlung (Bund: 320). Sieben Jahre früher lag die Rate in Hessen noch bei 360.

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Die Entwicklung von 2024 zu 2017 entspricht einem Rückgang von 16 Prozent. Der positive Trend könnte mit Rauchverzicht und einer verbesserten Behandlung der Risikofaktoren für Herzinfarkte zusammenhängen. Gleichzeitig zeigt der AOK-Gesundheitsatlas des WIdO einen Anstieg bei Diabetes-Erkrankungen (2024: 11,3 Prozent der Bevölkerung, 2017: 9,7 Prozent) und auch beim Bluthochdruck (2024: 27,5 Prozent der Bevölkerung, 2017: 26,5 Prozent). Beide Diagnosen erhöhen die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden.

Der Norden mit mehr Infarkten

In Hessen wohnen die meisten Erkrankten im Werra-Meissner-Kreis (2024: 500 von 100.000) – mit weitem Abstand. Danach kommt der Kreis Waldeck-Frankenberg (420). Die niedrigsten Raten in Hessen gibt es in Darmstadt und Frankfurt (jeweils 230).

Nicht nur eine Frage des Alters

Der AOK-Gesundheitsatlas schlüsselt die Daten zur Herzinfarkthäufigkeit auch nach Alter und Geschlecht auf. Die Auswertungen zeigen, dass die Herzinfarkt-Raten mit dem Alter deutlich ansteigen. Der altersmäßige Peak liegt in der Altersspanne von 85 bis 89 Jahren. Dabei gibt es einen deutlichen Geschlechterunterschied: In allen Altersgruppen sind Herzinfarkte bei Männern (2024: 430 von 100.000) deutlich häufiger dokumentiert als bei Frauen (190). Für diese Unterschiede können nicht nur Lebensstilfaktoren oder biologische Faktoren verantwortlich sein, sondern auch Differenzen in der Art und Intensität der Symptome. Sie führen oft dazu, dass ein Herzinfarkt bei Frauen nicht oder nicht rechtzeitig erkannt wird.

Die Zahlen für Hessen, einzelne Landkreise und den Bund finden Sie hier.

Die epidemiologischen Kennzahlen wurden ausgehend von den Krankenkassen-Routinedaten der mehr als 27 Millionen AOK-Versicherten mit einem alters-, geschlechts- und morbiditätsadjustierenden Verfahren auf die gesamte Wohnbevölkerung in den Regionen Deutschlands hochgerechnet. Die Referenzzahlen für die zugrundeliegende Bevölkerung basieren auf dem aktuellen Zensus 2022 und den entsprechenden Bevölkerungsberechnungen des Statistischen Bundesamtes.

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