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Es sticht und bohrt im Kopf

AOK Hessen zu Kopfschmerztypen und Ursachenforschung

Es gibt etwa 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Die Ursachen können in den Genen liegen, in den Lebensumständen und auch das Wetter kann schuld sein. Frauen dröhnt der Kopf häufiger als Männern. Auslöser – auch Trigger genannt – können Hinweise geben, um den Schmerz effektiv zu bekämpfen.

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Spannungskopfschmerzen, die bei über der Hälfte aller Betroffenen vorkommen, sind eher dumpf und ziehend. Sie breiten sich meist langsam vom Nacken über den ganzen Kopf aus. Bewegung an der frischen Luft kann diese Art von Schmerzen abdämpfen. Bei Migräne ist die Wirkung genau gegenteilig. Bewegung und Aktivität verschlimmern eher die pulsierenden Schmerzattacken. Betroffene benötigen Ruhe und ziehen abgedunkelte Räume vor. Doch was können die Ursachen sein? Die Liste ist lang: Stress, Flüssigkeits- und Schlafmangel, Alkohol, Medikamente, Hormonschwankungen, Wetterumschwünge – und das sind nur ausgesuchte Beispiele, wenn es sich um Primärkopfschmerzen handelt, somit keine andere Erkrankung vorliegt. Sekundäre Kopfschmerzen hingegen gehen immer auf eine Krankheit zurück, sind somit eine Begleiterscheinung zum Beispiel einer Infektion oder von Problemen an den Halswirbeln. „Auch eine verspannte Nackenmuskulatur oder Unterzuckerung können Kopfschmerzen auslösen, ebenso Schlaganfälle, Tumore und allergische Reaktionen“, ergänzt Dr. Angela Smith, leitende Ärztin bei der AOK Hessen.

Migräne und Cluster

Migräne kommt bei 7 Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen vor, am häufigsten im Alter von 30 bis 40 Jahren. Die Attacken können bis zu 72 Stunden andauern. Der Schmerz kann bei Cluster-Kopfschmerzen oft sogar noch stärker sein: Gesicherte Zahlen gibt es nicht, es dürften aber deutlich weniger als 1 Prozent der Bevölkerung betroffen sein. Der stechende, bohrende Schmerz wird als heftig und unerträglich geschildert, er tritt in kurzen Abständen, vorzugsweise nachts und meist einseitig auf, kann mit Begleitsymptomen an Auge oder Nase verbunden sein und jeweils einige Minuten oder auch bis zu drei Stunden andauern. Meist begleitet von ausgeprägter Unruhe. Techniken der Progressiven Muskelentspannung können etwas Linderung verschaffen, im Einzelfall können auch eine Ernährungsumstellung und eine höhere Flüssigkeitszufuhr sowie mehr Bewegung einen positiven Beitrag leisten. Aber viele Patientinnen und Patienten mit starken Kopfschmerzen müssen medikamentös behandelt werden. Vor Selbstmedikation wird jedoch gewarnt. „Wer damit erstmalig konfrontiert ist und über Tage immer wieder Schmerzattacken aushalten muss, sollte unbedingt eine ärztliche Praxis aufsuchen“, meint Smith. Schmerztherapeutinnen und -therapeuten empfehlen, die Anfälle in einem Schmerztagebuch festzuhalten. Das hilft in vielen Fällen, den Auslösern auf die Spur zu kommen und die wirksamste Therapie zu finden.

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