Die große Mehrheit der gesetzlich Versicherten in Bayern wünscht sich mehr digitale Unterstützung bei der Medikamenteneinnahme: Neun von zehn Befragten bewerten den neuen elektronischen Medikationsplan in der elektronischen Patientenakte (ePA) positiv. Dies zeigt eine aktuelle repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der AOK. Heute geht der elektronische Medikationsplan in den Modellregionen Franken sowie Hamburg und Umland in eine Pilotphase. Er bündelt Informationen zu verschriebenen Medikamenten, Dosierungen und Einnahmehinweisen an einem Ort und soll so die Arzneimittelversorgung für Patientinnen und Patienten sowie behandelnde Ärztinnen und Ärzte erleichtern.
„Der elektronische Medikationsplan ist ein wertvoller neuer Baustein, der den Mehrwert der elektronischen Patientenakte weiter erhöht. Damit haben Ärztinnen und Ärzte nicht nur einen Überblick über die Medikamente ihrer Patientinnen und Patienten, sie können auch Dosierung und Hinweise zur Einnahme vermerken und einsehen. Versicherte finden ihren Medikationsplan gebündelt und übersichtlich in der ePA, das mühsame Suchen nach ausgedruckten oder handschriftlichen Plänen entfällt“, sagt Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern. Der digitale Medikationsprozess befindet sich in der Pilotphase bis zum Herbst. Bis dahin sollen alle Software-Systeme in den Arztpraxen den elektronischen Medikationsplan unterstützen.
Mehr als die Hälfte der über 60jährigen nimmt drei oder mehr Medikamente
Einen elektronischen Medikationsplan können Versicherte erhalten, die mindestens drei ärztlich verordnete Medikamente einnehmen. Dies betrifft 30 Prozent der Befragten in Bayern (bundesweit: 36 Prozent). 58 Prozent von ihnen haben bereits einen Medikationsplan in Papierform von ihrem behandelnden Arzt. Die Mehrfachmedikation steigt mit zunehmend Alter: Unter den Befragten, die 60 Jahre oder älter sind, nehmen 55 Prozent drei oder mehr ärztlich verordnete Medikamente ein.
forsa-Umfrage zum elektronischen Medikationsplan zeigt viel Zuspruch
Besonders schätzen die befragten gesetzlich Versicherten in Bayern am elektronischen Medikationsplan: Ärztinnen und Ärzten haben einen besseren Überblick über die Medikation (90 Prozent) und Einblick in verordnete Medikamente und Dosierungen (89 Prozent). Der elektronische Medikationsplan kann helfen, gefährliche Wechselwirkungen zwischen Medikamenten zu vermeiden (88 Prozent) und er gibt einen guten Überblick über die eigenen Medikamente (88 Prozent). Zudem kann er die Sicherheit erhöhen, wenn pflegende Angehörige bei der Medikamenteneinnahme helfen (87 Prozent). Weniger, aber dennoch viel Zustimmung, gibt es für den möglichen Einblick von Apothekerinnen und Apothekern in die eigenen Medikamente und deren Dosierung (78 Prozent).
Informationsstand zur ePA seit dem vergangenen Jahr kaum verbessert
Der Informationsstand zur elektronischen Patientenakte hat sich seit der letzten Befragung im Jahr 2025 kaum verbessert: 46 Prozent und damit weiter weniger als die Hälfte der Befragten in Bayern fühlen sich sehr gut oder eher gut über die ePA informiert (2025: 43 Prozent). Der Anteil derer, die sich weniger gut oder gar nicht gut informiert fühlen, sank von 56 auf 51 Prozent.
„Die Ergebnisse zeigen, dass wir bei der Information unserer Versicherten nicht nachlassen dürfen. Die elektronische Patientenakte bietet viele Vorteile für die Gesundheitsversorgung, doch diese müssen den Menschen auch bekannt sein. Dass sich weiterhin etwa die Hälfte der Befragten nicht ausreichend informiert fühlt, ist für uns Ansporn, unsere Aufklärungs- und Informationsangebote weiter auszubauen und die Versicherten noch gezielter auf ihrem Weg in die digitale Gesundheitswelt zu begleiten“, sagt Stippler.
Die AOK Bayern hat ihre Versicherten per Post umfassend über die Einführung der ePA informiert. Zudem bietet die Gesundheitskasse bayernweit regelmäßige Informationsveranstaltungen mit Live-Demonstrationen und Schulungen rund um die ePA an. Diese erfolgen teilweise in Kooperation mit der Selbsthilfe sowie Patienten- und Verbraucherberatungsstellen. Darüber hinaus berichtet die AOK regelmäßig in ihren Versichertenmagazinen über die ePA, nutzt ihre Sozialen Medien und auch die Website für Aufklärung. Detaillierte Informationen finden Interessierte auf der Website unter https://www.aok.de/pk/thema/epa-fuer-alle/. Zu individuellen Fragen beraten Mitarbeitende in der Service-Hotline telefonisch sowie in den AOK Bayern-Geschäftsstellen persönlich bayernweit. Die AOK informiert auch Leistungserbringer zur „ePA für alle“ in ihrem Gesundheitspartner-Portal (https://www.aok.de/gp/e-health/fachinformationen-epa-fuer-alle). Stippler ergänzt: „Entscheidend ist, die ePA stärker mit konkreten Mehrwerten für die Versicherten zu verbinden und den Zugang weiter zu vereinfachen.“
AOK bietet einfacheren, rein digitalen Zugang zur ePA
Mit einem neuen, rein digitalen Identifizierungsverfahren über die Nect Wallet App erleichtert die AOK den Zugang zur ePA „AOK Mein Leben“. Versicherte können sich per Personalausweis oder Reisepass mit ePass-Funktion und Smartphone für den Zugang identifizieren – ohne Verwendung einer PIN oder Vor-Ort-Identifikation in einer Postfiliale. Alle deutschen Ausweisdokumente sind seit Jahren mit der ePass-Funktion ausgestattet. Die Nect Wallet-App ist kostenlos downloadbar. Stippler betont: „Der große Vorteil der neuen Identifikation ist, dass sie rein digital abgewickelt werden kann, aber trotzdem höchste Sicherheitsstandards erfüllt.“
Die von der gematik als Nationale Agentur für Digitale Medizin zugelassene Identifikation über die Nect Wallet-App ergänzt die drei bisherigen Zugangsmöglichkeiten zur ePA der AOK. Dazu zählen die Identifikation per eID, mittels elektronischer Gesundheitskarte (eGK) oder die Identifikation über eine Postfiliale.
Hinweis für die Redaktionen:
Die Umfrage wurde von forsa in Kombination von telefonischer Befragung und Online-Erhebung unter 8.522 gesetzlich versicherten Personen ab 18 Jahren zwischen dem 13. bis zum 27. April 2026 durchgeführt. In Bayern wurden insgesamt 500 gesetzlich versicherten Personen ab 18 Jahren befragt.
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Sebastian Küster
Pressesprecher
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