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Pflegekosten auf Rekordniveau

Hessen: Eigenanteile für stationäre Pflege so hoch wie nie / Bis zu zweistellige Steigerungsraten

Die Eigenanteile zur Unterbringung in einem Pflegeheim steigen unaufhörlich und waren 2025 in Hessen – auch bundesweit – so hoch wie nie. In acht Jahren sind sie um 900 Euro gestiegen. Es gibt jedoch enorme Unterschiede im direkten Vergleich der Landkreise.

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Die finanzielle Belastung von Pflegebedürftigen, die im Pflegeheim leben, hat im vergangenen Jahr in Hessen laut einer aktuellen Auswertung des WIdO einen erneuten Peak erreicht. Die durchschnittliche Gesamtbelastung der Bewohnerinnen und Bewohner liegt nach Abzug der nach Wohndauer gestaffelten Leistungszuschläge der Pflegeversicherung inzwischen bei 2.608 Euro im Monat. Sie hat damit das Niveau des Jahres 2021, als die Politik die Zuschläge zur Begrenzung der Eigenanteile an den pflegebedingten Aufwendungen eingeführt hatte, wieder deutlich überschritten. Eine Prognose des WIdO zur weiteren Entwicklung macht deutlich, dass auch die 2024 erfolgte Anhebung der Zuschläge und die seit letztem Jahr greifende Dynamisierung der Leistungssätze den Trend zu immer höheren finanziellen Belastungen nicht nachhaltig stoppen werden.

Großer Sprung im Odenwald

Vier Jahre zuvor lag der Eigenanteil in Hessen noch bei 2.147 Euro, 2017 wiederum bei 1.703 Euro. Das entspricht einer Steigerung von 53 Prozent in acht Jahren. Die Veränderungsrate von 2024 auf 2025 zeigt sich in den hessischen Landkreisen unterschiedlich stark. Im Main-Kinzig-Kreis sind es lediglich +5,9 Prozent, im Werra-Meissner-Kreis noch weniger (+5,5 Prozent). Die Differenz ist im Odenwald (+18,1 Prozent) am größten, gefolgt vom Rheingau-Taunus-Kreis (+14,3 Prozent) und der dem Kreis Hersfeld-Rotenburg (+13,6 Prozent).

JahrEigenanteilKosten Heimplatz gesamt
20171.703 Euro3.205 Euro
20212.147 Euro3.687 Euro
20252.608 Euro5.161 Euro

Unterbringung in Pflegeeinrichtung / Werte für Hessen (monatlich)

2025: Bis 21. Oktober 2025