AOK Hessen und Ärztenetzwerk „Diabetologen Hessen“ einigen sich auf Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgungsqualität
Eine neue Qualitätsvereinbarung zwischen der AOK Hessen und dem Ärztenetzwerk „Diabetologen Hessen“ soll die Versorgungsqualität spürbar verbessern und mehr digitale Prozesse etablieren. Sie wurde jetzt in Bad Homburg unterzeichnet.
Die Vereinbarung erfolgt vor einem ernsten Hintergrund: In Hessen waren 2024 fast 600.000 Menschen von der Volkskrankheit Diabetes mellitus Typ 2 betroffen. Das sind über 11 Prozent der Bevölkerung. Besonders besorgniserregend: Die Zahl junger Menschen, die unter der eigentlich „Altersdiabetes“ genannten Erkrankung leiden, hat sich seit 2011 mehr als verdoppelt. Waren vor 14 Jahren 700 Versicherte der AOK zwischen 18 und 30 Jahren betroffen, so stieg die Zahl 2022 bereits auf etwa 1.700. Und: Jährlich verzeichnet Hessen über 13.000 vollstationäre Krankenhausbehandlungen aufgrund der gefährlichen Stoffwechselerkrankung.
Transparente Qualität
Die Qualitätsvereinbarung sieht vor, die diabetologische Versorgung effizienter zu gestalten, Versorgungsqualität transparenter zu machen und damit zu verbessern und mehr digitale Prozesse einzuführen. Ziel ist die systematische Umsetzung eines Qualitätsmanagements in der ambulanten diabetologischen Versorgung. Dazu gehören die Entwicklung, Umsetzung und Überwachung von qualitätsorientierten Prozessen, Qualitätsindikatoren sowie die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und vertraglicher Voraussetzungen.
Umfangreiche Schulungen
Konkret haben die Vertragspartner u.a. vereinbart, dass es durch die Nutzung von Routinedaten eine größere Transparenz darüber geben soll, wie gut die diabetologische Versorgungsqualität in Hessen ist. Die „Diabetologen Hessen“ werden darüber hinaus mindestens ein Versorgungsprojekt im Jahr betreiben, das zum Ziel hat, einen positiven Einfluss auf die Qualität oder Wirtschaftlichkeit der Versorgung von Versicherten der AOK Hessen zu nehmen. Und: Die Versorgungsakademie der Diabetologinnen und Diabetologen, an der jährlich über 2.000 Menschen geschult werden, erhält eine wichtige Rolle. Sie soll mindestens vier verschiedene Trainingsmaßnahmen planen und durchführen.
Beide Partner haben große Erwartungen
„Wenn es mehr Transparenz darüber gibt, wo und warum Versorgung gut funktioniert und wo vielleicht auch weniger gut, können wir darauf gezielt reagieren. So profitieren am Ende vor allem die Patientinnen und Patienten. Aber auch wir als Krankenkasse und unsere Versicherten haben etwas davon, weil Beitragsmittel künftig noch gezielter für qualitativ hochwertige Versorgung eingesetzt werden können“, so Jasmin Makic, Abteilungsleiter Versorgungsstrategie und -steuerung bei der AOK Hessen. „Wir freuen uns über die Möglichkeit, gemeinsam mit der AOK Hessen Projekte zu entwickeln, die die Strukturen für unsere Patienten verbessern und idealerweise auch eine Arbeitserleichterung für uns Behandlungsteams bieten“, ergänzt Dr. med. Joachim van Gellecom. Er ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Diabetologe sowie Sportmediziner. Bei den „Diabetologen Hessen“ ist er Leiter der Akademie und damit zuständig für Veranstaltungen, Qualitätszirkel und Fortbildungen/Schulungen.
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