AOK

Sorge um die Pflege in Hessen

Personalmangel und hohe Eigenanteile machen der hessischen Bevölkerung Sorgen / Frauen besonders kritisch (Hinweis: Die wichtigsten Antworten und Zahlen sind ganz unten zu finden!)

Die pflegerische Versorgung macht vielen Menschen Sorgen. Mehr als die Hälfte Hessens glaubt nicht mehr an eine menschenwürdige Pflege im Alter. Insbesondere Frauen sehen das Thema kritisch. Eine repräsentative Befragung* durch Insa Consulere im Auftrag der AOK Hessen zeigt weitere wahrgenommene Probleme aus Sicht der volljährigen Einwohnerinnen und Einwohner auf.

Anzeige

Zum morgigen Tag der Pflege ist die Stimmungslage in Hessen deutlich getrübt. Waren 2021 noch 38 Prozent der Auffassung, dass eine gute, menschenwürdige Pflege in Zukunft nicht gewährleistet ist („nein, eher nicht“ und „nein, absolut nicht“), sind es aktuell 54 Prozent. Auffallend ist: Personen mit niedrigem Haushaltseinkommen (72 Prozent) und Frauen (60 Prozent) teilen diese Prognose mehrheitlich. Somit überwiegt erstmals Pessimismus in weiten Teilen der Bevölkerung. Auch das Ansehen und die Attraktivität der professionellen Pflege – ob im Heim oder ambulant – ist geschwächt. Immerhin 47 Prozent meinen, dass sich die Reputation in den vergangenen Jahren eher oder sogar deutlich verschlechtert hat. Diese Sichtweise wird vor allem in ländlichen Regionen vertreten und bei Personen mit wenig Haushaltseinkommen.

Bevölkerung will Kosten deckeln

Die derzeit vier größten Probleme aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger sind der Personalmangel (56 Prozent), zu hohe Eigenanteile bei den Pflegeheimkosten (49 Prozent), die Finanzierung des Pflegesystems insgesamt (38 Prozent) und die belastenden Arbeitsbedingungen in der Pflege (35 Prozent). Immerhin ein Viertel sieht auch die Qualität in der ambulanten und klinischen Pflege kritisch. Doch wie sehen mögliche Lösungen aus? Bis zu drei Vorschläge konnten von den Befragten genannt werden. Ganz oben: Die Kosten für Pflegeheimplätze deckeln (53 Prozent) und die Finanzierung langfristig sichern (49 Prozent). Mehr als ein Drittel plädiert für die Ausweitung von Leistungen und die einfachere Gestaltung des Leistungskataloges. Was in diesem Kontext erstaunt: Jede vierte Person ist dafür, eine Pflegevollversicherung einzuführen, obwohl dies die Beitragssätze noch erheblich weiter in die Höhe schrauben würde. „Die Pflege wird als multiples Problemfeld wahrgenommen. Eine Mehrheit fühlt sich von dem Thema – auch wenn derzeit gar kein unmittelbarer Pflegefall vorliegt – betroffen“, stellt Ralf Metzger, Politikchef der AOK Hessen, fest. „Hier stehen Politik und Gesellschaft vor einer schwierigen Herausforderung. Denn die komplexe Problemlage kann nicht mit einer Reform schnell und umfassend gelöst werden. Die Pflege wird in den kommenden Jahren eine Dauerbaustelle bleiben.“

Wo man zuerst hingeht

Gefragt wurde auch, wer der erste Ansprechpartner wäre, wenn man plötzlich mit Pflegebedürftigkeit konfrontiert wäre. Ein Großteil würde sich an die hausärztliche Praxis wenden (27 Prozent) und an die eigene Krankenkasse (28 Prozent). Aber auch andere Angebote würden genutzt werden: 7 Prozent geben beispielsweise den Pflegestützpunkt an oder Beratungsangebote von Städten, Gemeinden, Kirchen und Sozialverbänden (14 Prozent).

*über 1.000 Personen ab 18 Jahren, die in Hessen wohnen (telefonisch; Feldzeit: 14.-21. April 2026)

Wichtiger Hinweis:

Am 27. Mai (Mi) findet um 14:00 Uhr das Hessische Gesundheitsforum in Frankfurt statt. Bei dieser Fachveranstaltung der AOK Hessen geht es diesmal um die Frage, wie die Pflege langfristig finanziert und sinnvoll umgebaut werden kann. Keynotes werden erwartet von Prof. Dr. Gabriele Meyer (Universität Halle) und Diana Stolz (Hessische Gesundheitsministerin).  Mehr dazu hier.  Es sind nur noch sehr wenige Plätze frei für Entscheider/innen und Beschäftigte im Gesundheitswesen bzw. der Pflege. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Glauben Sie, dass Ihre Pflege im Alter – sofern Sie irgendwann pflegebedürftig sein sollten – auf einem menschenwürdigen, guten Niveau gewährleistet sein wird? (1.078 Personen)

    
 Ja, absolut  =  12 Prozent   Ja, teilweise  =  28 Prozent Nein, eher nicht  =  33 Prozent Nein, absolut nicht  =  21 Prozent Weiß nicht  =  6 Prozent Keine Angabe = 0 Prozent   Besonderheiten: Nein  =  60 Prozent Frauen Nein  =  49 Prozent Männer Nein  =  72 Prozent Unterschicht Nein  =  55 Prozent Mittelschicht Nein  =  35 Prozent Oberschicht  

Inwieweit hat sich das Ansehen und die Attraktivität der professionellen Pflege in den vergangenen Jahren verändert? (1.107 Personen)

 
 Hat sich deutlich verbessert  =  4 Prozent   Hat sich eher verbessert  =  16 Prozent Hat sich weder verbessert noch verschlechtert  =  24 Prozent Hat sich eher verschlechtert  =  32 Prozent Hat sich deutlich verschlechtert  =  15 Prozent Weiß nicht und Keine Angabe = 9 Prozent  

Was sind die derzeit drei größten Probleme in unserem Pflegesystem? (1.107 Personen, die bis zu drei Optionen nennen konnten)

 
 Personalmangel  =  56 Prozent Zu hohe Pflegeheimkosten  =  49 Prozent Finanzierung des Pflegesystems  =  38 Prozent Belastende Arbeitsbedingungen  =  35 Prozent Qualität der Pflege  =  24 Prozent Zu wenig Pflegeplätze  =  23 Prozent Mangelnde Unterstützung für Angehörige  =  19 Prozent Pflegerische Versorgung auf dem Land  =  10 Prozent  

Wenn das Pflegesystem reformiert wird, welche der folgenden Aspekte müssten unbedingt als erstes angegangen werden?  (1.107 Personen, die bis zu drei Optionen nennen konnten)

 
 Kosten für Pflegeheime deckeln  =  53 Prozent Finanzierung langfristig sichern  =  49 Prozent Leistungen der PV einfacher gestalten  =  37 Prozent Leistungen für Pflegebedürftige ausweiten  =  36 Prozent Neue Anreize, damit Angehörige selbst pflegen  =  25 Prozent Eine Pflegevollversicherung einführen  =  25 Prozent Pflicht zur privaten Vorsorge  =  15 Prozent    

Besuchen Sie auch unser Presse-und-Politikportal unter www.aok.de/pp/hessen. Dort finden Sie nicht nur aktuelle Mitteilungen und Bilder, sondern auch Hintergrundinformationen, Analysen und Grafiken. 

Ihr persönlicher Kontakt zur Pressestelle der AOK Hessen:

Stephan.Gill@he.aok.de  069 66816-250144

Riyad.Salhi@he.aok.de  069 66816-250143

Wichtiger Hinweis: Derzeit erhalten Sie regelmäßig die Pressemitteilungen der AOK Hessen. Sollten Sie kein Interesse mehr an der Zusendung haben, schicken Sie bitte eine E-Mail an presse@he.aok.de. Ihre Daten werden dann umgehend gelöscht. Selbstverständlich freuen wir uns, weiterhin in Kontakt mit Ihnen zu bleiben.