Gesundheitsinformationen im Netz: Oft widersprüchlich und teilweise falsch / Neue Befragung in Hessen
Eine repräsentative forsa-Befragung* in Hessen im Auftrag der AOK zeigt: Die Online-Recherche zu akuten Symptomen oder einem gesundheitlichen Verdacht führt nicht immer zu einem befriedigenden Ziel. Im Nachhinein können sich scheinbar objektive Fakten als falsch herausstellen. Zumal ein Großteil glaubt, dass viele Suchergebnisse kommerziell beeinflusst und nicht verlässlich sind. Die beste Quelle sind nach Ansicht der Befragten ohnehin Ärztinnen und Ärzte – mit weitem Abstand.
Zwei Drittel (66 Prozent) der hessischen Bevölkerung befragen häufig oder zumindest gelegentlich das Internet zu gesundheitlichen Themen. Weitere 22 Prozent tun dies auch, aber selten. Aber kaum jemand verlässt sich auf die ersten brauchbaren Fundstücke: 89 Prozent stimmen voll und ganz oder eher zu, dass sie mehrere Quellen überprüfen, um sicher zu gehen, dass die Informationen korrekt sind. Für die Mehrheit (63 Prozent) sind sie schon mal widersprüchlich (voll und ganz: 10 Prozent / eher: 53 Prozent), mehr als die Hälfte (voll und ganz: 6 Prozent / eher: 46 Prozent) zweifelt regelmäßig an deren Richtigkeit. 29 Prozent geben an, dass sich gefundene Informationen im Nachhinein als falsch herausgestellt haben.
Googeln ist einfach, Praxis ist besser
Fast jedem Dritten (29 Prozent), der online nach Gesundheitsinformationen sucht, fällt dies schwer – vor allem, weil eine kommerzielle Beeinflussung vermutet wird (73 Prozent tun dies). Nahezu dieselbe Anzahl erkennt nur schwer, welche Quellen überhaupt verlässlich sind. Bei 42 Prozent der Online-Suchenden führt dies dazu, dass sich ihr Vertrauen in Gesundheitsinformationen im Netz verringert hat. Viele fühlen sich bei der Suche auch verunsichert (41 Prozent). „Googeln ist einfach, einen KI-Bot zu befragen ebenso – aber die Informationsflut zu filtern und richtig einzuordnen kann sehr anspruchsvoll sein“, meint Dr. Christoph-Gerard Stein, Mediziner bei der AOK Hessen. Immerhin 7 Prozent der Hessinnen und Hessen, bei denen sich Informationen im Nachhinein als falsch herausstellten, haben medizinische Hilfe erst später aufgesucht – weil sie sich darauf verlassen hatten. „Deshalb ist es immer besser, bei Beschwerden eine hausärztliche Praxis aufzusuchen, denn medizinischer Sachverstand und eine richtige körperliche Untersuchung können durch nichts ersetzt werden“, so Stein weiter. Ärztinnen und Ärzte stehen ohnehin auf dem ersten Platz als Informationsquelle (78 Prozent aller Befragten geben das an), danach kommen Apotheken (35 Prozent) und Krankenkassen (33 Prozent). Das Vertrauen in Ärztinnen und Ärzte ist überwältigend hoch (sehr stark: 51 Prozent / eher stark: 43 Prozent).
Wenn es um den Verdacht auf Krebs geht oder eine medizinisch festgestellte Diagnose dieser Art: Die Hessische Krebsgesellschaft e.V. bietet fundierte Beratung, Begleitung und Entlastung krebskranker Menschen und ihrer Angehörigen an. Da erübrigt sich eine Online-Recherche möglicherweise. Beratungstermine können kurzfristig vereinbart werden. Sie sind vertraulich und kostenfrei. Mehr dazu hier.
**Online-Panel, 750 Personen ab 18 Jahren (Zeitraum:18.12.2025 bis 17.01.2026)
Ausgewählte Befragungsergebnisse
Ich habe schon einmal online Gesundheitsinformationen erhalten, die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt haben.
Hessen: 29 Prozent ja, 45 Prozent nein, 26 Prozent weiß nicht
Basis: Befragte, die online nach Gesundheitsinformationen suchen
Es fällt schwer, online vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen zu erhalten oder zu erkennen, weil…
… die Suchergebnisse kommerziell beeinflusst sind / wirken 73 Prozent (Hessen)
… schwer zu erkennen ist, welche Quellen verlässlich sind 72 Prozent (Hessen)
… nicht erkennbar ist, ob die Informationen wissenschaftlich 69 Prozent (Hessen)
Überprüft oder nachgewiesen sind
… Fachwissen fehlt, um die Informationen einzuordnen 53 Prozent (Hessen)
… es schwer ist, den Überblick zu behalten 45 Prozent (Hessen)
Basis: Befragte, die online nach Gesundheitsinformationen suchen und denen es eher/sehr schwerfällt, vertrauenswürdige Informationen zu erhalten und zu erkennen.
Folgen der Fehlinformation online
Mein Vertrauen in Gesundheitsinformationen im 42 Prozent (Hessen)
Internet hat sich dadurch verringert.
Die falschen Gesundheitsinformationen haben mich 41 Prozent (Hessen)
zu dem Zeitpunkt verunsichert oder beunruhigt.
Ich habe medizinische Hilfe erst später aufgesucht, weil 7 Prozent (Hessen)
ich mich auf die falschen Informationen verlassen habe.
Basis: Befragte, die online Gesundheitsinformationen erhalten haben, die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt haben.
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