Zu dem Hin und Her zur Einführung einer Zuckersteuer erklärt Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek):
(Berlin, 13.10.2026) „Wir unterstützen die Bundesregierung bei ihren Plänen, auch in Deutschland eine Zuckersteuer einzuführen. In der letzten Woche wurde ein tragfähiger Kompromiss zwischen den Koalitionspartnern erzielt, der jetzt nicht wieder durch die Zuckerindustrie infrage gestellt werden darf. Entscheidend ist, dass die Zuckersteuer präventiv wirkt. Sie muss Anreize für weniger Zucker in Getränken setzen und die nachteiligen gesundheitlichen Auswirkungen von zu viel Zuckerkonsum abmildern. Die Einnahmen aus der Zuckersteuer sollten deshalb – wie von der Finanzkommission Gesundheit empfohlen – dem Gesundheitsfonds zugeführt werden. Auch eine gezielte Förderung von Kommunen, um in benachteiligten Quartieren den Aufbau von gesundheitsförderlichen Strukturen zu unterstützen, ist sinnvoll. Eine Zuckersteuer sollte gesundheitspolitischen Zielen dienen und keinesfalls zur Haushaltskonsolidierung verwendet werden. Wir brauchen eine solide Finanzierung, um nachhaltige Präventionsstrukturen vor Ort aufzubauen und dauerhaft zu sichern.
Hoher Zuckerkonsum begünstigt Gesundheitsprobleme
Die gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Folgen eines übermäßigen Zuckerkonsums sind erheblich und verursachen für die Betroffenen großes persönliches Leid. Ein dauerhaft hoher Zuckerkonsum erhöht das Risiko für Übergewicht und ernährungsbedingte Erkrankungen, nämlich Adipositas, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Karies und vieles mehr. Allein im Jahr 2023 beliefen sich die Krankheitskosten im deutschen Gesundheitssystem für Kreislauferkrankungen auf 65 Mrd. Euro, 1,23 Mrd. Euro für Adipositas und 9,7 Mrd. Euro für Typ-2-Diabetes. Prävention muss deshalb sowohl beim individuellen Verhalten als auch bei gesundheitsförderlichen Rahmenbedingungen ansetzen.
Zuckersteuer wirkt
Es ist richtig, dass die Politik darauf endlich reagieren will. Internationale Erfahrungen zeigen, dass eine Abgabe auf zuckerhaltige Getränke wirksam sein kann. Länder wie Großbritannien und Portugal haben damit Anreize geschaffen, den Zuckergehalt von Produkten zu reduzieren und den Konsum besonders zuckerreicher Getränke einzudämmen. Auch die WHO deklariert die Besteuerung von zuckergesüßten Getränken als eine wirksame Maßnahme zur Förderung einer gesünderen Ernährung.
Präventionsangebote der Ersatzkassen Wie Prävention konkret aussehen kann, zeigen die Ersatzkassen bereits heute mit zahlreichen Angeboten zur Ernährungskompetenz und Gesundheitsförderung unter ihrer Dachmarke „Gesunde Lebenswelten“. Sie richten sich insbesondere an Kinder, Familien und weitere vulnerable Zielgruppen. Ein Beispiel hierfür ist das vom vdek umgesetzte Angebot „Auf geht’s: Kerngesund und springlebendig“, das Kindern und ihren Familien alltagsnah Wissen über den Zuckergehalt von Lebensmitteln und gesunde Ernährungsalternativen vermittelt.“

