Barmer

BARMER-Studie zu Herzklappenerkrankung

Überlebensraten bei Männern deutlich geringer

Kernergebnisse

  • Männer mit einer undichten Herzklappe haben langfristig ein höheres Sterberisiko als Frauen. Zehn Jahre nach Erstdiagnose einer zunächst beschwerdefreien Mitralklappeninsuffizienz leben noch 73,8 Prozent der Männer, bei Frauen liegt die Rate bei 81,8 Prozent.
  • Gut jeder zweite Mann bekommt in den zehn Jahren nach Erstdiagnose einer Mitralklappeninsuffizienz Komplikationen wie Herzschwäche oder Vorhofflimmern. Bei Frauen liegt der Anteil bei 44 Prozent.
  • Die Anzahl der Krankenhausbehandlungen nach Erstdiagnose einer zunächst beschwerdefreien Mitralklappeninsuffizienz ist innerhalb weniger Jahre deutlich gestiegen. Im Jahr 2013 wurden 14.800 Menschen stationär behandelt. Im Jahr 2024 waren es 22.900.
  • BARMER-Chef Straub: „Für Männer ist eine Mitralklappeninsuffizienz besonders risikoreich. Deshalb ist nach der Erstdiagnose eine geschlechtssensible Nachsorge wichtig. Gerade bei Männern sind engmaschige Kontrollen essenziell.“

Berlin, 12. Juni 2026 – Männer mit einer undichten Herzklappe haben langfristig ein höheres Sterberisiko als Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg). Trotz fehlender Beschwerden waren 73,8 Prozent der Männer zehn Jahre nach Erstdiagnose des erhöhten Blutrückflusses durch die Mitralklappe noch am Leben und 81,8 Prozent der Frauen. „Für Männer ist eine Mitralklappeninsuffizienz besonders risikoreich. Deshalb ist nach der Erstdiagnose eine geschlechtssensible Nachsorge wichtig. Gerade bei Männern sind engmaschige Kontrollen essenziell“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER.

Männer häufiger mit Folgeerkrankungen

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Wie aus der Studie in Kooperation mit dem Uniklinikum Hamburg Eppendorf und dem Deutschen Institut für Gefäßmedizinische Gesundheitsforschung weiter hervorgeht, entwickelten 51,5 Prozent der Männer in den zehn Jahren nach Erstdiagnose einer Mitralklappeninsuffizienz daraus hervorgehende Komplikationen. Dazu gehören zum Beispiel Herzschwäche oder Vorhofflimmern. Bei Frauen lag der Anteil im selben Zeitraum bei 44 Prozent. „Die Analyse zeigt, dass sich bei zunächst beschwerdefreier Mitralklappeninsuffizienz deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen im weiteren Krankheitsverlauf und in der Prognose zeigen“, so BARMER-Chef Straub.

Deutlicher Anstieg an Krankenhausfällen

Selbst bei anfänglicher Symptomlosigkeit sei die Mitralklappeninsuffizienz nicht automatisch eine harmlose Frühform, sondern könne gerade im weiteren Verlauf durchaus riskant werden. So habe es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg an entsprechenden Krankenhausfällen gegeben. Im Jahr 2024 seien 22.900 Menschen in Deutschland mit einer Mitralklappeninsuffizienz in stationärer Behandlung gewesen und damit rund 55 Prozent mehr als im Jahr 2013 mit 14.800 Betroffenen.

Q&A

Was ist eine Mitralklappeninsuffizienz (MI)?

Die MI gehört zu den häufigsten Herzklappenerkrankungen bei Erwachsenen. Sie liegt vor, wenn sich die Segel der Mitralklappe nicht mehr richtig schließen. So fließt das Blut, das aus der Herzkammer in den Körperkreislauf gepumpt werden soll, teilweise zurück in den linken Vorhof und kann zu einem Rückstau des Blutes im Lungenkreislauf führen. Die Erkrankung bleibt oft lange unbemerkt und wird nicht selten zufällig entdeckt. Auch ohne Beschwerden kann sie mit einem erhöhten Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzschwäche, Vorhofflimmern oder Lungenhochdruck verbunden sein.

Was war das Ziel der Analyse?

Das bifg, das Universitäre Herz- und Gefäßzentrum Hamburg des UKE und das Deutsche Institut für Gefäßmedizinische Gesundheitsforschung haben gemeinsam untersucht, ob sich Männer und Frauen in der Prognose einer asymptomatischen Mitralklappeninsuffizienz unterscheiden. Zusätzlich wurde geprüft, welche Rolle Komplikationen, Begleiterkrankungen und Krebserkrankungen für Unterschiede in der Sterblichkeit spielen.

Wie war die Datengrundlage und Methode?

Die Analyse basiert auf anonymisierten Abrechnungsdaten von 56.577 BARMER-versicherten Erwachsenen mit neu diagnostizierter, asymptomatischer Mitralklappeninsuffizienz. Diese wurden jeweils nach Alter und Geschlecht mit Personen ohne dokumentierte Herz-Kreislauf-Erkrankung verglichen. Der Beobachtungszeitraum betrug bis zu zehn Jahre. Untersucht wurden Komplikationen der MI, Klappeneingriffe, neu auftretende Krebserkrankungen und die Gesamtsterblichkeit.

Diese PM finden Sie auch im Presseportal unter www.barmer.de/p030605.

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