- Bundessozialgerichts-Präsident fordert mehr Beitragszahler für die gesetzliche Rente
- Bentele: „So kann die Rente auf eine starke und gerechte Basis gestellt werden“
Berlin, 15.07.2022
Der Präsident des Bundessozialgerichts Rainer Schlegel fordert, dass Beamte und Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. „Die derzeitigen Befreiungsmöglichkeiten für abhängig Beschäftigte und die Versicherungsfreiheit der Beamten, Richter und Soldaten sind nicht mehr zeitgemäß“, argumentierte Rainer Schlegel beim 1. Bayerischen Sozialrechtstag in München.
Dazu erklärt VdK-Präsidentin Verena Bentele: „Wir fordern seit
Jahren eine gute gesetzliche Rente für alle Erwerbstätigen. Wenn alle
einzahlen, stärkt dies einerseits ein zuverlässiges Sicherungssystem,
andererseits schützt es auch Gruppen wie Selbstständige, die häufiger als
andere Gruppen Grundsicherung im Alter beantragen. Das Solidarprinzip für alle
kann so außerdem gestärkt werden.
Für nicht-abgesicherte Selbständige wäre es eine Lösung gegen Altersarmut, für
Angestellte im öffentlichen Dienst wäre damit die Frage der Gerechtigkeit
geklärt: endlich könnten angestellte Lehrer für die gleiche Arbeit die gleiche
Alterssicherung wie ihre verbeamteten Kollegen erhalten.
Das System muss jetzt vom Kopf auf die Füße gestellt werden, hierfür braucht es
politischen Mut. Mutig wäre zum Beispiel, wenn Politiker und Politikerinnen in
die gesetzliche Rente einzahlen, dann erfüllen sie schlicht und einfach ihre
Vorbildfunktion.“